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Reinhören: Aktuelle Podacsts zu sozialpolitischen Themen

Gespräch mit Prof. Christian Scholz, Arbeitsforscher Uni Saarbrücken

In Deutschland gibt es immer mehr Knastshops. Die Strafgefangenen arbeiten zu Konditionen, zu denen draußen niemand mithalten kann.

Deutschland verschärft den Kurs bei der Abschiebung von Flüchtlingen. Erhöht das die Sicherheit im Land, wie Politiker argumentieren? Oder bleibt die Menschenwürde auf der Strecke

Es diskutieren: Jan Hambsch - Lehrer an einer Berufsschule und einem Gymnasium in Rastatt, Patric Heiler - Leiter einer Grund- und Hauptschule in Kronau, Dr. Gerald Lembke - Professor für Digitale Medien an der Dualen Hochschule Baden-Württemberg, Mannheim

Ob privat oder gesetzlich - die Krankenversicherung im Alter kann teurer werden als geahnt. In der Krankenversicherung der Rentner hängt vieles von der individuellen Erwerbsbiographie ab. Je nach Versichertenstatus wird der hälftige Beitragsanteil samt Zusatzbeitrag fällig - oder auch der volle Krankenversicherungsbeitrag von über 15 %. Und beitragspflichtig sind nicht nur Renten aus der gesetzlichen Rentenversicherung, sondern auch Betriebsrenten und andere Alterseinkünfte. Die dabei geltenden Regeln sind unübersichtlich und wenig bekannt, sodass schon mancher Rentner beim Thema Krankenversicherung eine unangenehme Überraschung erleben musste.

WDR: Bombensicher? (29.01.2017)
Die Arbeitsbedingungen des Sicherheitspersonals an deutschen Flughäfen sind mitunter haarsträubend, viele Bedienstete sind schlecht ausgebildet und haben Angst vor der Kündigung. Insider berichten von daraus resultierenden massiven Sicherheitslücken.

Zehntausende Flüchtlingen landen nach wie vor an Italiens Küste. Um diese Zuwanderung zu stoppen, verteilt die EU Gelder an afrikanische Länder, die entlang der Flüchtlingsrouten liegen. Ob diese aber wirklich das Geschäft mit den Migranten stoppen wollen, ist fraglich.

Wir lagern die sozialen und ökologischen Kosten unseres Wohlstands systematisch aus. Diesen Prozess beschreibt der Begriff "Externalisierung". Es wird dabei vom Zentrum in die Peripherie ausgelagert - von der entwickelten zur nicht entwickelten Welt. Wir beuten Rohstoffe in Afrika, Asien, Lateinamerika aus und lassen die Menschen dort mit den oft katastrophalen Folgen allein. Wir profitieren von Kinderarbeit, weil wir billige T-Shirts und ebenso billige Handys wollen, dabei blenden wir konsequent die sozialen und ökologischen Wirkungen unseres Handelns aus. Professor Stephan Lessenich, Soziologe an der LMU München, macht deutlich, warum es so nicht weiter gehen kann.

Die Zahl der Rentner nimmt immer weiter zu, gleichzeitig sinkt die Zahl der Beitragszahler. Trotzdem müssen die Rentenversprechen in Zukunft eingehalten werden. Mit der kleinen Rentenreform der Großen Koalition kann diese Herausforderung nicht aufgefangen werden. Was kann die Politik noch tun, um eine gerechte Altersversorgung zu gewährleisten?

Wenn du denkst, es geht nicht mehr, kostet Wohnen schon wieder mehr. Die Mieten und die Immobilienpreise in Frankfurt steigen und steigen. Normalverdiener und Familien finden kaum etwas Erschwingliches, und die Versuche der Politik, etwas dagegen zu unternehmen wirken zögerlich oder schlicht hilflos.

Das Bundesverfassungsgericht verhandelt in dieser Woche über die Beschwerde mehrerer Gewerkschaften gegen das Tarifeinheitsgesetz der Großen Koalition. Sie halten das Gesetz für verfassungswidrig und sehen sich in ihren Rechten eingeschränkt.

In Mecklenburg-Vorpommern wohnen viele Flüchtlingsfamilien dezentral in Wohnungen. Gleichzeitig kommen die Kommunen für zahlreiche Heimplätze auf, die leer stehen.

Die Krankenkassen haben Unmengen von Daten über Erkrankungen und Therapien. Was passiert mit ihren Daten? Was ist, wenn Gesundheitsdaten in die Hände von Versicherungen oder Pharmafirmen geraten?

Das Bundesverfassungsgericht verhandelt in dieser Woche über die Beschwerde mehrerer Gewerkschaften gegen das Tarifeinheitsgesetz der Großen Koalition. Sie halten das Gesetz für verfassungswidrig und sehen sich in ihren Rechten eingeschränkt.

sowie Teil 1 (15.01.2017)
Aus Kapitalinteressen und den Interessen der Bürger entstehen Konflikte und Krisen, die das demokratische System bedrohen. Wolfgang Streeck erläutert Ursachen und Gegenmaßnahmen.

Daheim sein, wenn die Kinder von der Schule kommen, eine Zeit lang den kranken Vater pflegen oder ein Mal in der Woche statt zur Arbeit entspannt zum Sport gehen: Teilzeit macht's möglich! Immer mehr Menschen wünschen sich mehr Freizeit und weniger Job.

Since its inception, the National Health Service has always relied on doctors and nurses who have been trained overseas. How does it plan for the workforce it requires? In the second of two programmes exploring today's health service, doctor-turned-journalist Smitha Mundasad, asks why the NHS is currently facing a recruitment crisis on so many fronts. She'll ask what impact Brexit could have. Can pharmacists, physician associates and other health workers do some of the work doctors do, and so reduce staff shortages? And will the NHS start training more of its own workforce?

In den westlichen Industriegesellschaften ist in der Mittelschicht ein neuer Typ Wutbürger entstanden: Weiße alte Männer und ihre Frauen. Doch woher rührt diese Wut und der Frust? Aus Scham, sagt der Soziologe Neckel

Brötchen nur bis zehn, Busverkehr auf Zuruf, dafür Internet aus der Glasfaser: Die Gemeinde Tramm in Mecklenburg-Vorpommern schlägt sich wacker angesichts von Strukturwandel und Landflucht.

WDR: Ulrich Heinemann (17.01.2017)
Das deutsche Bildungssystem ist veraltet und unbeweglich, beklagt der Bildungsexperte Ulrich Heinemann. Trotz Digitalisierung gibt es gravierende Modernisierungsdefizite, herrscht immer noch der Geist des 19. Jahrhunderts.

BR: Weil Arbeitslosigkeit krank machen kann - Arbeitsagenturen und Krankenkassen ziehen an einem Strang (16.01.2017)
Viele Studien zeigen es: Arbeitslosigkeit macht krank. Depressionen, Herz-Kreislaufbeschwerden, Suchterkrankungen nehmen ganz offensichtlich zu. Die Arbeitsagenturen arbeiten deshalb immer häufiger auch mit Krankenkassen zusammen und bieten Präventionskurse an.

WDR: Wie scharf ist die Armutsschere wirklich? (15.01.2017)
Während die reichsten zehn Prozent der Bevölkerung über zwei Drittel des Vermögens verfügen, gilt mancherorts jedes vierte Kind als arm. Eine Hartz 4-Bezieherin weiß nicht, wie sie die Schuhe für ihr Kind bezahlen soll. Ein Rapper kreuzt in seinem dicken Schlitten und meint: Mit Disziplin kannst Du hier alles werden. Beide wohnen in Essen. Auf zwei Seiten der A40. Essen ist eine gespaltene Stadt. Armer Norden, reicher Süden. Das gilt für viele deutsche Großstädte. Immer schwerer wird es, die unsichtbare Mauer zu durchbrechen. Der Tellerwäscher-Traum ist ausgeträumt, sagen die einen. Andere warnen: Armutspolemik führt in die Irre und ist gefährlich.

SWR: Kirchensteuer in der Kritik. Eine Bestandsaufnahme (15.01.2017)
Noch nie haben die großen christlichen Kirchen so viel Kirchensteuer eingenommen wie im Jahr 2015. Trotzdem melden sich Kritiker und Warner zu Wort: Die staatlich eingezogene Steuer sei ein Auslaufmodell, nötig wäre eine offene Diskussion über alternative Finanzierungsformen. Die Kirchen sehen dafür offiziell zwar keinen Grund. Ständig sinkende Mitgliederzahlen haben ein Umdenken aber längst erzwungen.

SWR: Die Pflege stärken (14.01.2017)
Es klingt ein bisschen, als habe da jemand die Quadratur des Kreises geschafft: "Jeder mehr, niemand weniger", hat Bundesgesundheitsminister Hermann Gröhe versprochen und damit die aktuelle Pflegereform gemeint, die zum 1. Januar 2017 in Kraft getreten ist.

Deutschlandradio Kultur: Tagelöhner in München - Trotz Einkommen obdachlos (13.01.2017)
Unter Münchens mehr als 5000 Obdachlosen sind zahlreiche Tagelöhner. Viele von ihnen stammen aus Bulgarien und gehören dort der türkischen Minderheit an. Mit Jobs in Bayern unterstützen sie ihre Familien - für eine Wohnung bleibt da oft kein Geld.

Deutschlandradio Kultur: Vorlesungen für Obdachlose in Bremen - Zwischen Kältebus und Straßen-Universität (13.01.2017)
In Bremen gibt es überdurchschnittlich viele Obdachlose. Überhaupt steht der Stadtstaat weit oben in der Statistik, die die Armuts-Gefährdung in deutschen Kommunen ausweist. Außergewöhnlich ist ein Bremer Projekt: ein "Bildungsprogramm für Menschen in schwierigen sozialen Lebenslagen".

Wie steht es um die Polizei hierzulande? Während die einen sich um Sprachjargon und ideologische Grundhaltung der Staatsdiener sorgen, verweisen andere auf besorgniserregende interne Zustände, eine unzeitgemäße Ausbildung, schlechte Ausstattung, eine miserable Personalsituation. Gast: Prof. Rafael Behr

Es ist das große Projekt von Familienministerin Manuela Schwesig: ein Gesetz für mehr Lohngerechtigkeit. Nachdem der Entwurf nun im Kabinett abgesegnet worden ist, spricht Schwesig von einem “Durchbruch”. Sie breche damit ein Tabu: dass über Geld nicht gesprochen wird. Arbeitnehmer in Firmen mit mindestens 200 Mitarbeitern sollen künftig Auskunft darüber verlangen können, wie viel Kollegen in gleichwertigen Positionen verdienen. Unternehmen ab einer Größe von 500 Mitarbeitern sollen außerdem regelmäßig Berichte über den Stand der Lohngleichheit vorlegen. Laut Angaben des Ministeriums sind 14 Millionen Arbeitnehmer betroffen. Allerdings profitieren wohl eher Frauen von dem neuen Gesetz. Denn im Schnitt verdienen sie bei gleicher Erfahrung auf der gleichen Position sieben Prozent weniger als ihre männlichen Kollegen. Schwesig hat sich gegen viel Widerstand durchgesetzt. Arbeitgeberverbände und Gewerkschaften kritisieren, das Gesetz verursache Unmengen an Bürokratie. Außerdem werde Unternehmen massenhaft Diskriminierung vorgeworfen. Die Umsetzung des Gesetzes würde zunächst bedeuten, dass (weibliche) Mitarbeiter von Gehaltsunterschieden gegenüber (männlichen) Kollegen erfahren. Das heißt jedoch noch nicht, dass der Unterschied auch beseitigt wird. Die Betroffenen müssten in der Konsequenz ihren Arbeitgeber verklagen, um den gerechten Lohn zu erhalten. Häufig wird angeführt, dass rund 15 Prozent der Entgeltlücke aus den Erwerbsbiografien der Frauen resultierten und nicht aus der Bezahlung. So arbeiten Frauen zum Beispiel häufiger in Teilzeit oder nehmen Elternzeit. Doch nicht alle Unterschiede lassen sich auf diesen Umstand zurückführen. Damit es in Zukunft etwas gerechter zugeht, wenn es um die Bezahlung von Männern und Frauen geht, soll das Lohngleichheitsgesetz nun Barrieren abbauen und eine rechtliche Grundlage für Betroffene schaffen. Ob der Staat jedoch tatsächlich kontrollieren kann, ob sich die Unternehmen an die neuen Regelungen halten, ist fraglich. Ist der Gesetzentwurf von Manuela Schwesig das richtige Mittel, um mehr Lohngerechtigkeit zu erreichen? Darüber hat detektor.fm-Moderator Alexander Hertel mit Stefan Sell gesprochen. Er ist Professor für VWL, Sozialpolitik und Sozialwissenschaften an der Hochschule Koblenz.

Die deutschen Gewerkschaften haben in den vergangenen 10 Jahren fast eine Million Mitglieder verloren, der Organisationsgrad in den Unternehmen sank um fast fünf Prozent. Die Fauistas kämpfen gerade da, wo die Gewerkschaftsriesen ihre Probleme haben, im Bereich prekärer Jobs, dort wo ein neues Proletariat entsteht. An der Mall of Berlin etwa, direkt neben dem Potsdamer Platz, protestiert die anarchosyndikalistische Gewerkschaft FAU (Freie Arbeiterinnen und Arbeiter Union) gegen den vermeintlichen Lohnraub an rumänischen Bauarbeitern. Die schwarze Katze leuchtet auf einer roten Fahne, die vor Deutschlands wohl luxuriösester Shopping Mall flattert. Die Anarchisten finanzieren die langwierigen Prozesse der Arbeiter. Ihre Methoden sind radikal und ungewöhnlich. Das Feature untersucht, ob diese Mini-Gewerkschaft eine Alternative zu den großen Arbeitnehmervertretungen sein kann.

Die Runderneuerung der Pflegeversicherung ist geschafft. Seit 1. Januar 2017 bekommen Demenzkranke mehr Leistungen und aus Pflegestufen wurden Pflegegrade. Eine Revolution, wie manche sagen, oder nur ein Schritt in die richtige Richtung?

Es diskutieren: Michael Bretz - Creditreform, Neuss, Prof. Dr. Georg Felser - Hochschule Harz, Reiner Saleth - Zentrale Schuldnerberatung Stuttgart

Was macht Gewerkschaften heute erfolgreich? Unter dem Schlagwort "Organizing" geht es darum, konkrete Probleme und Ungerechtigkeiten in Betrieben zu identifizieren. Dann wird die Belegschaft mobilisiert - und Druck aufgebaut.

Die Lage am Arbeitsmarkt ist gut. So wenige Arbeitslose wie im letzten Jahr hat es zuletzt vor 25 Jahren gegeben. Aber immer mehr Menschen arbeiten in Teilzeit, die große Mehrheit von ihnen sind Frauen. Viele fragen sich, ob es trotz der reduzierten Arbeitszeit für eine anständige Rente reichen wird.

Es diskutieren: Prof. Dr. Horst Hippler - Präsident der Hochschulrektorenkonferenz, Josef Kraus - Präsident des Deutschen Lehrerverbandes, Martin Spiewak - "Die Zeit", Redakteur für Bildung und Wissenschaft

Die Anforderungen an Hebammen, Logopäden und Physiotherapeuten steigen. Seit 2009 bieten viele Hochschulen deshalb Studiengänge in Gesundheitsberufen an. Eine entsprechende Modellphase haben Bundestag und Bundesrat Ende letzten Jahres verlängert. Der Hochschulverbund für Gesundheitsfachberufe hält diese Entscheidung jedoch für falsch.

Im Hungerwinter 1846/47 entwickelte der Sozialreformer Friedrich Wilhelm Raiffeisen die Idee der Genossenschaft. Und diese Idee ist nach wie vor erfolgreich, wie zahlreiche Neugründungen belegen. Sogar eine Schule hat sich den Ideen Raiffeisens verpflichtet.

Kann sich der Mensch mit einem bedingungslosen Grundeinkommen besser verwirklichen? Der Armutsforscher Christoph Butterwegge widerspricht. Ein Kommunismus im Kapitalismus sei nicht möglich, sagt der Kandidat der Linkspartei für die Wahl zum Bundespräsidenten.

"Verdinglichung" erfährt heute wieder eine Aktualisierung. Professor Axel Honneth, Direktor des Frankfurter Instituts für Sozialforschung, erläutert diesen Zusammenhang.

BR: Geschichten gegen den Hass. Eine Suche (04.12.2016)
Egal wie anti-faktisch, rechtspopulistische Erzählungen sind in Europa und den USA gerade sehr erfolgreich. Doch aus diesen Reden spricht Hass. Und aus Hass entsteht Gewalt. Viele rufen deshalb: "Wir brauchen Gegenerzählungen!" Aber welche? Eine Suche.

DLF: Lehrkräfte für Deutsch als Fremdsprache dringend gesucht. Schlechte Arbeitsbedingungen (07.01.2017)
Ob an Schulen mit Flüchtlingskindern oder in der Erwachsenenbildung an den Volkshochschulen: Lehrkräfte für "Deutsch als Fremdsprache/Deutsch als Zweitsprache" werden bundesweit benötigt. Das gilt erst recht angesichts gestiegener Zahlen von Geflüchteten in Deutschland, die die Sprache erst noch lernen müssen.

DLF: Die Krankenstube in Hamburg - Deutschlands einzige Pflegestation für Obdachlose (06.01.2017)
So etwas gibt es nur ein einziges Mal im reichen Deutschland: Eine Krankenstube, in der sich Obdachlose - auch ohne Versicherung - stationär pflegen lassen können - teilweise monatelang. Offene Beine, abgestorbene Zehen, faule Zähne: Die Mitarbeiter haben schon einiges gesehen. Oft geht die Hilfe über das Medizinische hinaus.

DLF: Kritische Studie - Bertelsmann, Bosch, Mercator - was treibt solche Stiftungen an? (06.01.2017)
Unternehmensnahe Stiftungen arbeiten fürs Gemeinwohl und erhalten dafür Steuervergünstigungen. Forscher gingen nun der Frage nach, inwiefern sie auch Eigeninteressen nachgehen. Die Bertelsmann-Stiftung etwa veröffentlichte viele Studien, die die Notwendigkeit von Digitalisierung im Bildungsbereich zeigen. Zugleich vertreibt der Bertelsmann-Konzern entsprechende Produkte.

Deutschlandradio Kultur: Die Arbeit des Bundesamtes für Migration und Flüchtlinge - Die Asylentscheider (06.01.2017)
Die Arbeit des Bundesamtes für Migration und Flüchtlinge ist komplex. Die Mitarbeiter entscheiden über Hunderttausende von Asylanträgen, recherchieren Schicksale, prüfen Fakten. Aber die Aufgaben des BAMF sind noch umfangreicher. Ein Blick hinter die Kulissen.

Deutschlandradio Kultur: Notunterkünfte in Berlin - Noch immer leben Flüchtlinge in Turnhallen (06.01.2017)
Viele Flüchtlinge leben noch immer in Notunterkünften. Beim Auszug aus Turnhallen ist Berlin bundesweit Schlusslicht, Leidtragende sind die Geflüchteten, aber auch Sportvereine und Schulen. Mit der neuen rot-rot-grünen Regierung ist nun Bewegung in die Angelegenheit gekommen.

DLF: Abgelehnte Asylbewerber - Rückkehr in Würde (06.01.2017)
Nicht alle, die nach Deutschland kommen, wollen oder dürfen hierbleiben. Manche gehen freiwillig zurück, andere werden abgeschoben - gegen ihren Willen. Und einige wollen zurück in ihre Heimat, dürfen aber nicht. In diesem Jahr will die Bundesregierung finanzielle Hilfen für Rückkehrer massiv aufstocken: 1.200 Euro soll es für Asylbewerber geben, die ihren Antrag zurückziehen.

hr-INFO: Gut oder schlecht? Die Pflegereform in der Praxis (06.01.2017)
Das Pflegestärkungsgesetz II ist mit Jahresbeginn in Kraft getreten. Statt bislang drei Pflegestufen gibt es jetzt fünf Pflegegrade. Dabei wird erstmals präziser berücksichtigt, welche besondere Pflege etwa Demenzkranke erhalten müssen. Außerdem soll die häusliche Pflege gestärkt werden. Michael Thomsen war viele Jahre Heimleiter und arbeitet inzwischen als Dozent und Autor rund um die Themen Demenz und Pflege. Wir haben mit ihm über seine Einschätzung zur Reform gesprochen.

NDR: Fortschritte bei der Pränataldiagnostik - mehr Fluch oder mehr Segen? (05.01.2017)
Mediziner können inzwischen mithilfe eines einfachen Bluttests feststellen, ob ein ungeborenes Kind einen Gendefekt hat. Wie sinnvoll sind diese Untersuchungen?

SWR: Grundeinkommen für alle: Vorbild Finnland? (05.01.2017)
Der Versuch in Finnland ist auf zwei Jahre ausgelegt. 2000 zufällig ausgesuchte Arbeitslose bekommen jeden Monat 560 Euro. Ralf Caspary im Gespräch mit dem Wirtschaftswissenschaftler Philip Kovce

SWR: Wir werden alt, aber nicht älter - Das Phänomen der fitten Rentner (05.01.2017)
Trendwende im Geburtentief, hieß es neulich. Erstmals seit den 80er Jahren steigt die Zahl der Kinder pro Frau auf 1,5. Statistisch gesehen sind wir Deutschen damit immer noch weit davon entfernt, dass die Zahl der Geburten die Zahl der Sterbenden ausgleicht. Ohnehin ist Deutschland seit vier Jahrzehnten das Land, in dem die wenigsten Kinder geboren werden. Und doch sind wir weit davon entfernt, in eine demographische Apokalypse zu stolpern. Ein Grund dafür: die Alten bleiben länger jung.

SWR: Neue Väter auf dem Vormarsch (04.01.2017)
Jahrzehntelang waren sie ein Phantom in theoretischen Diskussionen, jetzt sind sie wirklich da, die neuen Väter. Zunehmend mehr Männer finden es richtig, den Beruf Beruf sein zu lassen und sich für kürzer oder länger ganz der Familie zu widmen. Die neuen Väter sind nach wie vor die Exoten unter den anerkannten Rollenbildern, aber sie erobern sich Stück für Stück ihren Platz in der Gesellschaft. Das dauert, denn die einzigen, die einen neuen Vater nicht mit Misstrauen, Vorbehalten oder Vorurteilen begegnen, sind deren Kinder

DLF: Betreuungsrecht unter der Lupe - Selbstbestimmung statt Bevormundung (02.01.2017)
Rund 1,3 Millionen Menschen stehen in Deutschland wegen körperlichen, seelischen oder geistigen Erkrankungen unter rechtlicher Betreuung - durchgeführt zumeist von Profis. Der Wirtschaftszweig boomt, doch bundesweit einheitliche Qualifikationen für das Berufsbild gibt es bisher nicht.

DLF: Beschäftigung - "Der Mindestlohn ist kein Hemmnis" (02.01.2017)
Zu Beginn des neuen Jahres ist der gesetzliche Mindestlohn auf 8,84 Euro gestiegen. Zwei Jahre nach seiner Einführung habe der Mindestlohn zu einer besseren Beschäftigungslage und mehr Beschäftigten geführt, sagte DGB-Vorstand Stefan Körzell im DLF. Zugleich forderte er, die Finanzkontrolle müsse bei Schwarzarbeit härter durchgreifen.

SWR: Hartz IV - Ein bisschen mehr Geld und schärfere Sanktionen (29.12.2016)
Rund 4,3 Millionen Menschen in Deutschland haben im Jahr 2016 Arbeitslosengeld II bezogen, das sogenannte Hartz IV. Bundesweit lag der Anteil der Hartz-IV-Empfänger an der Bevölkerung Mitte des Jahres damit bei 7,7 Prozent. Im August wurden die Regelsätze für die Hartz IV-Empfänger erhöht, gleichzeitig aber auch die Androhungen an Bußen verschärft, wenn man sich nicht an die Regeln der auszahlenden Behörde hält. Wie lebt es sich damit?

DLF: Verunsicherte Gesellschaft - Die Sorge um die Arbeit (29.12.2016)
Eine mögliche Prekarisierung von Arbeit und ihre Folgen auf das Wahlverhalten: Spätestens seit dem Wahlsieg Donald Trumps in Amerika und dem Wahlerfolg von Rechtspopulisten in Deutschland wird darüber diskutiert. So einfach scheinen die Zusammenhänge aber nicht zu sein - denn Statistiken zeigen zum Beispiel, dass der klassische Vollzeitjob weiterhin stark vertreten ist.

DLF: Tafeln in Bedrängnis - Mehr Abnehmer, weniger Lebensmittel (29.12.2016)
Viele Tafeln verzeichnen einen Zulauf, die Zahl der Bedürftigen steigt. Doch gleichzeitig werden die Lebensmittel knapper. Ein Grund: Die Supermärkte verkaufen Produkte, die bald ablaufen, zum halben Preis, anstatt sie weiterzugeben. Die Saarbrücker Tafel musste nun Konsequenzen ziehen.

DLF: Bildungsstandort Deutschland - "Schulen sanieren müssen wir jetzt, hier und heute" (28.12.2016)
Viele Kommunen würden es aus eigener Kraft nicht schaffen, ihre Schulen zu sanieren, sagte Gerd Landsberg, Hauptgeschäftsführer des Deutschen Städte- und Gemeindebundes, im Deutschlandfunk. Deshalb sei es richtig, dass der Bund "seine Verantwortung für den Bildungsstandort Deutschland" wahrnehme und hier investiere.

DLF: Fördergelder für Schulen - "Eine Sache, mit der der Bund gar nichts zu tun hat" (28.12.2016)
Der Deutsche Landkreistag ist gegen das Vorhaben des Bundes, finanzschwachen Kommunen 3,5 Milliarden Euro Investitionshilfen zur Sanierung maroder Schulen zu gewähren. Im DLF kritisierte Kreistags-Präsident Hans-Günter Henneke die Förderung als eine "neue Eingriffskompetenz des Bundes, auf das Bildungswesen einzuwirken". Das dürfe nie wieder passieren.

SWR: Alles anders in der Pflege - aber auch besser? (28.12.2016)
"Fast jede Familie ist von dem Thema Pflege in irgendeiner Weise berührt", sagt Bundeskanzlerin Merkel und man kann hinzufügen: Wer jetzt noch nicht betroffen ist, der wird es ziemlich sicher einmal sein. Rund 2,7 Millionen Menschen in Deutschland sind pflegebedürftig, im Moment gehört vielleicht die Oma dazu oder der Vater; in etwa 15 Jahren wird es schon eine Million mehr Pflegebedürftige geben - dann muss man möglicherweise selbst gepflegt werden. Wie wünscht man sich das? Respekt- und würdevoll. Das, sagen jedenfalls Pfleger und Angehörige, war bislang kaum machbar. Und genau das soll sich jetzt ändern. Die Bundesregierung hat in verschiedenen Stufen die Pflegesetze geändert, in ein paar Tagen, ab Januar, gelten entscheidende Änderungen

DLF: Europäisches Statistikamt - Kinderarmut steigt weiter an (23.12.2016)
Trotz guter Konjunktur ist in Deutschland die Zahl von Kindern in Armut weiter angestiegen. Das meldet das Europäische Statistikamt. Es gibt einen Zeitpunkt, an dem das jedes Jahr besonders tragisch auffällt: Weihnachten.

SWR: Methadon gegen Drogensucht: Ärzte haben Probleme (23.12.2016)
Die Hausärzte, die Methadon verschreiben, kommen ins Rentenalter - und von den jungen rücken nur wenige nach. Sie fürchten die unklare Rechtslage.

SWR: Pflegeeltern gesucht! In Rheinland-Pfalz steigt die Zahl der Heimkinder (22.12.2016)
Sie werden vernachlässigt, misshandelt oder missbraucht - für tausende von Kindern in Rheinland-Pfalz ist die Familie, in die sie geboren wurden, kein sicherer Ort. Die Jugendämter suchen dann für diese Kinder Pflegeeltern. Das aber wird immer schwieriger. Immer weniger Menschen sind bereit, die oft traumatisierten Kinder aufzunehmen. Doch findet sich keine Familie, müssen die Kinder ins Heim. Das Leben mit Pflegekindern ist anstrengend aber auch bereichernd, sagt Familie Grämmel aus Trier. Eine SWR1 Reporterin hat sie besucht. Welche Voraussetzungen müssen Erwachsene mitbringen, die ein Kind aufnehmen wollen? Darüber hat ein SWR1 Reporter mit einem Mitarbeiter des Amts für Jugend und Familie in Mainz gesprochen.

DLF: Soziale und kulturelle Teilhabe - Was heißt es, arm zu sein? (21.12.2016)
Weihnachtszeit ist Einkaufszeit: Die Läden sind voll, der Handel jubiliert über die guten Umsätze. Doch was heißt es, in einer reichen Gesellschaft wie der Unsrigen "arm" zu sein? Wen betrifft es und auf welche Unterstützung können Menschen zählen? Eine Sendung live aus dem Sozialkaufhaus Ökumenischer Familien-Markt in Frankfurt.

BR: Fit für die Zukunft oder hart wie Kruppstahl - Kindererziehung im Wandel der Zeit (21.12.2016)
Die Konzepte, nach denen man im Laufe der Jahrhunderte den Nachwuchs traktierte, förderte oder einfach nur sein ließ, wandeln sich.

SWR: Erste Hilfe für die Seele. Die Arbeit der Telefonseelsorge (18.12.2016)
"Ärztliche Lebensmüdenberatung" - unter diesem Titel startete vor 60 Jahren die Telefonseelsorge, getragen von katholischer und evangelischer Kirche. Längst gehören auch Mail- und Chatberatung zum kostenlosen und anonymen Angebot.

Hilfsbereitschaft ist fundamental wichtig für unsere Gesellschaft, glaubt der Soziologe Ansgar Klein. Er sagt: Wer Engagement fördert, fördert die Demokratie. Der Historiker Tillmann Bendikowski warnt vor einer Zunahme der Denunzierung von Helfenden, etwa in der Flüchtlingsbetreuung.

Immer wieder muss das Klischee "Syrischer Arzt" in der Flüchtlingsdebatte für den langersehnten hochqualifizierten Zuwanderer herhalten. Aber wie funktioniert die berufliche Integration eines Flüchtlings hierzulande tatsächlich? Drei Jahre lang hat Julia Smilga einen aus Syrien geflüchteten Arzt begleitet. Sie findet dabei viele Parallelen zu ihrer eigenen Flüchtlingsgeschichte.

Flüchtlinge haben schlechte Chancen auf eine Mietwohnung, selbst wenn das Amt die Miete zahlt. Mancherorts hat sich daher ein Schwarzmarkt entwickelt: Zusammen mit korrupten Mitarbeitern von Wohnungsgesellschaften haben sich einige Migranten darauf spezialisiert, Landsleuten gegen Schmiergeld günstige Wohnungen zuzuschanzen.

Es diskutieren: Prof. Dr. Erika Brinkmann - Direktorin des Instituts für Sprache und Literatur, Grundschulverband Baden-Württemberg, Dr. Heike Schmoll - Bildungsexpertin, Frankfurter Allgemeine Zeitung, Prof. Dr. Wolfgang Steinig - Germanist, Universität Siegen

In Bayern liegt die Anzahl der Betriebe, die ihre "Schwerbehinderten-Quote" erfüllen, unter dem bundesweiten Durchschnitt. Zu Besuch bei der einzigen blinden Lehrerin in Bayern und bei einem IT-Experten im Rollstuhl, der sich darüber ärgert, dass Behinderte so schwer die Karriere-Leiter erklimmen können.

SWR: Medikament nicht lieferbar: Bedrohliche Engpässe der Pharmaindustrie (14.12.2016)
Ein Medikament soll schnell wirken, damit wir gesund werden. Was aber, wenn es gar nicht eingenommen werden kann, weil es nicht lieferbar ist? Das kommt immer häufiger vor

Die Wirtschaft in Deutschland läuft seit einigen Jahren richtig gut. Die Armen haben davon nur nichts bemerkt - im Gegenteil, ihre Zahl ist gestiegen. Aber der Politik fällt Handeln schwer: Denn Arme wählen nicht und bei denen, die wählen gehen, kommen Forderungen nach Steuererhöhungen und Umverteilung nicht gut an.

Eigentlich sollte die Berliner Tafel zur Verbesserung der Obdachlosensituation beitragen. Doch inzwischen erreichen Sabine Werth und ihre Mitstreiter 125.000 Menschen pro Monat. "Im Gespräch" erklärt die Vorsitzende des Vereins, warum die Tafel viel mehr ist als eine Ausgabe von Essen.

Es war eine schwere Geburt - das neue Teilhabegesetz ist nun nach langen Diskussionen und vielen Nachbesserungen entschieden. Die neuen Regelungen sollen Menschen mit Behinderung mehr Beteiligung und Rechte bringen. Keine Fürsorge, sondern mehr Teilhabe an der Gesellschaft. Doch die Frage ist, ob es hält, was es verspricht.

Wer ohne abgeschlossene Ausbildung jobbt, hat für sein ganzes Berufsleben geringere Einkommens- und Aufstiegschancen. Mit dem Programm "Zukunftsstarter" bieten die Arbeitsagenturen jungen Erwachsenen zwischen 25 und 34 Jahren die Möglichkeit, einen Berufsabschluss nachzuholen

SWR: Auf eigene Faust: Die Migration der Minderjährigen (08.12.2016)
Es diskutieren: Manfred Krusch - Leiter des Jugendamts der Stadt Mannheim, Tobias Klaus - Referent beim Bundesfachverband für unbegleitete minderjährige Flüchtlinge, Berlin, Ute Schaeffer - Journalistin und Publizistin, Deutsche Welle Akademie, Bonn

Wie wirkt sich die Ankunft von Hunderttausenden Flüchtlingen auf die deutsche Wirtschaft aus? Es sind etliche Jobs entstanden, aber zu erfahren, wieviel Geld die Unternehmen umsetzen, ist gar nicht so leicht zu erfahren. Eine Recherche zu den Folgen der Staatsausgaben.

Immer wieder wird über die Idee eines bedingungslosen Grundeinkommens diskutiert. Würde es der Gesellschaft nützen? Wertet es die Arbeit ab? Eine Diskussionsrunde.

Gleiche Chancen für Behinderte? Dieses Ziel ist auch durch das neue Bundesteilhabegesetz noch nicht erreicht - findet Sigrid Arnade, Geschäftsführerin von "Selbstbestimmt Leben in Deutschland e.V.". Behinderte würden noch immer als Fürsorgefälle und nicht als selbstbestimmte Menschen betrachtet.

Der Paritätische Gesamtverband hat Freibeträge beim Unterhaltsvorschuss für alleinerziehende Hartz-IV-Empfängerinnen gefordert. "Die brauchen wir, damit die Mütter und ihre Kinder auch wirklich was davon haben", sagte Hauptgeschäftsführer Ulrich Schneider im Deutschlandfunk.

Soziales Engagement als Geschäftsmodell - wie funktioniert das? Vor allem, wenn es um Flüchtlinge geht, die in Lohn und Brot gebracht werden sollen, aber selbst nichts haben, was Ausbildung oder Umschulung finanzieren könnte. Social startups versuchen es trotzdem, unterstützt von der Agentur social impact und der KfW-Bank. „Ankommer“ heißt das Förderprogramm. Ob es dem auf der Website formulierten Anspruch gerecht wird?

Der Arbeitswelt steht nach der digitalen Revolution der 1970er Jahre eine weitere epochale Änderung bevor. Künstliche Intelligenz und autonome Maschinen könnten in Zukunft noch sehr viel mehr als derzeit schon menschliche Arbeit ersetzen, so die Annahme. Welche Veränderungen stehen in der Arbeitswelt bevor und welche Ansätze sind tauglich, um damit umzugehen?

Interview mit Prof. Gerhard Bosch, Arbeitssoziologe, Uni Duisburg-Essen

Gast: Ralf Krämer, verdi-Gewerkschaftssekretär für Wirtschaftspolitik

Kulturelle Bildung soll Kinder und Jugendliche inspirieren und Randgruppen Teilhabe ermöglichen. Geleistet wird diese Arbeit meistens von freien Honorarkräften. Armut und Ausbeutung sind gang und gäbe − doch die Basis wehrt sich.

In einem Punkt sind sich wohl alle einig: Untätigkeit kann sich die Bundesregierung nicht leisten, wenn es um die Zukunft der Rente geht. Immer mehr Alte, immer weniger Junge, die Renten sinken scheinbar unaufhaltsam. Viel wird inzwischen über drohende Altersarmut als drohendes Massenphänomen diskutiert.

Wenn im Alter die Kräfte nachlassen, dann kommt als ausgleichende Gerechtigkeit die Rente - damit wir die müden Hände in den Schoß legen können. Schön wär`s. Stattdessen ringen immer mehr Menschen die Hände, wenn die Rede auf die Rente kommt. "Ein Leben lang geschuftet - und dann trotzdem in die Altersarmut." "Wegen Haushalt und Kindern zu oft die "Erwerbsbiographie" unterbrochen - und deshalb keine Chance gehabt, genügend einzuzahlen." "Immer zu wenig verdient - und deshalb auch bei der Rente zu kurz gekommen." Auch unsere Politiker ringen - miteinander und mit den klammen Staatsfinanzen - um Renten, die ebenso bezahlbar wie gerecht sein sollen. Aber die Konzepte gleichen oft einer Quadratur des Kreises. So wie die doppelte Haltelinie, die Arbeitsministerin Andrea Nahles ziehen will: Die Renten nicht niedriger, die Beiträge nicht höher als bis zu der jeweiligen Linie. Aber dieses Prinzip beschreibt leider auch, wie weit die Suche nach dem besten Rentenkonzept gediehen ist, nämlich: Bis hierher und nicht weiter.

In den Niederlanden ist die Krankenversorgung weniger kommerzialisiert als in Deutschland. Das fördert die Entwicklung neuer Denkansätze und innovativer Behandlungskonzepte – zum Wohle der Patienten und dazu noch mit Sparpotenzial. Das zeigt auch ein Modellprojekt, bei dem ein Krankenhaus statt auf Bettruhe auf Bewegung setzt.

Die Koalition streitet über die Rente - mal wieder. Es geht ums Rentenniveau, also vor allem um die Frage: Was bleibt uns im Alter?

Es diskutieren: Dr. Stefan Luft - Migrationsforscher, Universität Bremen, Ariane Müller-Ressing - Flüchtlingsbegleiterin, Arbeitsgemeinschaft Dritte Welt e.V., Stuttgart, Luidger Wolterhoff - Sozialdezernent der Stadt Gelsenkirchen

BR: Geliefert und geschafft - Paketzusteller im Dauerstress (23.11.2016)
Immer mehr Waren werden online bestellt - für die Kunden eine bequeme Sache. Diejenigen aber, die die Pakete an die Haustür liefern, stehen unter einem enormen Zeit- und Leistungsdruck. Und das bei einer Bezahlung, die effektiv nicht selten unter dem gesetzlichen Mindestlohn liegt.

Die Pflegeversicherung ist keine Vollversicherung, und die Sozialhilfe springt nur ein, wenn sonst nicht genug da ist. Bei der "Grundsicherung im Alter" gibt es keinen Rückgriff auf das Einkommen der Kinder. Bei der "Hilfe zur Pflege" jedoch müssen Kinder für die Kosten der ambulanten oder stationären Pflege zum Teil mit aufkommen. Allerdings nur in angemessenem Umfang und soweit die eigene Vorsorge nicht gefährdet ist.

DLF: WZB-Studie - Elite-Internate dürfte es in Deutschland eigentlich nicht geben (22.11.2016)
Schloss Salem, Aloisiuskolleg und andere - hier geht die Elite zu Schule. Gegen den Willen der Väter des Grundgesetzes. Soziale Abschottung an Privatschulen darf eigentlich nicht sein. Doch viele umgehen die Regelung. Eine Studie des Wissenschaftszentrum für Sozialforschung (WZB) untermauert nun die Vorbehalte. Sehr zum Ärger der Schulrektoren.

Wer in Deutschland einen Job hat, krank wird und z.B. die Diagnose Krebs bekommt, dem stehen gesetzlich festgelegte Zahlungen zu. Ist man aber länger als 18 Monate arbeitsunfähig, hat keine Ersparnisse und bekommt von niemandem finanzielle Unterstützung, dann kann es schnell eng werden.

Deutschland ist ein Land der Engagierten. Mehr als 30 Millionen Menschen arbeiten ehrenamtlich. Sie kümmern sich um Jugendliche, Alte und Benachteiligte, sitzen in Beratungsstellen und verteilen Lebensmittel an Bedürftige. Doch es verändert sich etwas: zwar sind viele bereit, sich zu kümmern; aber immer weniger wollen sich dabei langfristig an einen Verband oder Verein binden und Verpflichtungen eingehen. Auch berufliche Anforderungen in der immer flexibleren Arbeitswelt lassen sich oft mit dem klassischen Ehrenamt schwer vereinbaren. Feuerwehr, Sportvereine und Wohlfahrtsverbände haben ein Problem: Sie brauchen neue Ideen, um ihre freiwilligen Mitarbeiter zu finden, an sich zu binden und müssen gleichzeitig die Motive der Engagierten sehr ernst nehmen.

Spätabtreibungen sind ein Albtraum für Frauen. Pränatale Tests sind eine Lösung, aber sie beschleunigen auch die Selektion.

Seit August 2013 gibt es eigentlich den Rechtsanspruch darauf, dass Kleinkinder ab einem Jahr einen Betreuungsplatz erhalten. Entweder in einer Kindertagesstätte oder bei einer Tagesmutter. Doch die Realität sieht (noch) anders aus: Denn obwohl erst jüngst wieder der Bundesgerichtshof in einer Grundsatzentscheidung die Rechtsposition berufstätiger Eltern bei der Suche nach einer geeigneten Kinderbetreuung weiter gestärkt hat, fehlt in vielen Städten und Gemeinden nach wie vor noch ein ausreichendes Angebot.

Mit dem "Frankfurter Weg" bekam die Main-Metropole ihr bis in die 1990er-Jahre beträchtliches Drogenproblem in den Griff. Doch seit einigen Monaten häuft sich der Ärger wieder - mit einer neuen Dealerszene.

Anstoßen mit vollen Biergläsern - für sich volksnah gebende Politiker ein Muss. Dabei ist Alkohol eine Droge, die jährlich Zehntausende Tote fordert und immensen volkswirtschaftlichen Schaden verursacht. Warum unternimmt die Politik nicht mehr dagegen, sondern schützt Alkohol geradezu?


Mörder werden seltener rückfällig, als andere Straftäter. Schwerverbrecher erhalten nach der Haft umfangreiche Therapien und Anti-Gewalttrainings. Statistiken zeigen: der Aufwand lohnt.

Die Anzahl der tätigen Pädagogen und Pädagoginnen ist in Deutschland seit Ende der 90er explodiert. Lebenslang sollen die Leute angeleitet, betreut, weitergebildet, trainiert und erzogen werden. Doch eine durchpädagogisierte Gesellschaft ist kein Ponyhof, sagen Kritiker dieser Entwicklung und warnen vor Risiken und Gefahren.

Das Ruhrgebiet gilt als Herzkammer der Sozialdemokratie. Doch parteiinterne Skandale und jahrzehntelange Abnutzung gefährden die Vormachtstellung der SPD im Revier. Zumal die AfD in der strukturschwachen Region schon aktiv auf Wähler-Fang bei den Genossen geht.

Deutschlandradio Kultur: Brennpunkt Duisburg-Marxloh - Zwischen Multikulti-Pott und sozialer Misere (15.11.2016)
Der Stadtteil Duisburg-Marxloh hat immer wieder für negative Schlagzeugen gesorgt: kriminelle Clans, Armut, misslungene Integration - manchen gilt er als "No-go-Area". Die Menschen dort wollen sich mit der Situation nicht abfinden. Aber wie gegensteuern?

DLF: Medizin - Auslandsstudium im Inland (15.11.2016)
Wer in Deutschland Medizin studieren will, braucht einen NC von 1,0. Jahrelange Wartezeiten sind die Folge. Wer das vermeiden will, kann im Ausland studieren. Als Variante soll jetzt in Köln ein bulgarischer Campus als ausländische Niederlassung der bulgarischen Universität Sofia entstehen. Doch vieles ist noch völlig ungeklärt.

DLF: Abgeschoben in eine fremde Welt (15.11.2016)
2015 wird Murat Berisha aus dem Gefängnis in Großbeeren bei Berlin direkt in den Kosovo abgeschoben. In ein Land, das es, als er 1988 in Oslo geboren wurde, noch nicht gab und das er nie kennengelernt hat. Ab sofort muss Murat sein Leben allein meistern in einem Land, dessen Sprache er kaum spricht. Murat kam als Zweijähriger nach Deutschland. Die Ehe der Eltern scheiterte, mehrmals stand die Familie unmittelbar vor der Abschiebung. Erst nach 18 Jahre Duldung erhält die Mutter eine unbefristete Aufenthalts- und Beschäftigungserlaubnis – da war Murat bereits erwachsen. In den 18 Jahren der Unsicherheit, Angst und Panik konnte ihm die Mutter keinen Halt geben. Er geriet auf die schiefe Bahn. Wie viele Migrantenkinder wollte Murat nur eines: als Deutscher in Deutschland leben.

DLF: Alle Augen aufs Kind - Wie Qualität in der Kita gelingen kann (14.11.2016)
Ob bei Personalschlüssel, Erzieher-Kind-Bindung, oder frühkindlicher Bildung - in deutschen Kitas gibt es keine einheitlichen Qualitätsstandards. Wie gut Kinder betreut werden, hängt immer noch vom Wohnort und dem Engagement der Erzieher ab. Wie lässt sich das ändern?

DLF: Vermittlung von Kitaplätzen als Geschäftsmodell (14.11.2016)

DLF: Lobbyist für die Armen (10.11.2016)
Hartz IV ist in Deutschland keine Randerscheinung, sondern ein Massenphänomen. Rund 14,5 Millionen Menschen sind betroffen. Doch diese Gruppe fühlt sich oft ungesehen, hilflos und abgehängt. Ulrich Wockelmann will das ändern. Er hat einen Verein gegründet – um genau diesen Menschen eine Stimme zu geben und zu helfen.

Deutschlandradio Kultur: Rentensysteme in Österreich, Schweden und der Schweiz (07.11.2016)

SWR: Lernen ohne Lehrer: Abgründe neuer Lernkultur (06.11.2016)
In der neuen Lernkultur werden Lehrer zu Kompetenz-Beschaffungsgehilfen oder Lernbegleitern degradiert. Christoph Türcke zeigt die Gefahren dieser Entwicklung.

DLF: Berufsschulen - Viele Azubis sind unzufrieden (04.11.2016)
Zu praxisfern, veralteter Lernstoff, unmotivierte Lehrer: Eine Umfrage der TH Köln hat ergeben, dass nur wenige Azubis mit der Berufsschule zufrieden sind. Ihre Forderung: Eine engere Verzahnung von Betrieben und Schule und mehr Fortbildungen für Lehrer.

DLF: Integrationslotsen in Baden-Württemberg - Mehr als Arbeitsvermittler (03.11.2016)
Bei der Integration von Flüchtlingen spielen Lotsen eine zunehmend große Rolle. Sie sind Mittler zwischen zwei Welten: Auf der einen Seite Unternehmen, die Auszubildende und Mitarbeiter suchen, auf der anderen Seite junge Menschen aus anderen Kulturkreisen, die kaum Deutsch können. Ein Konzept, das aufgeht, auch wenn es noch einige Probleme gibt.

SWR: Ansturm auf die Tafeln: Sind die Helfer überfordert? (02.11.2016)
Es diskutieren: Angelika Birk - Sozialbürgermeisterin der Stadt Trier, Prof. Dr. Stefan Selke - Soziologe, Hochschule für Angewandte Wissenschaften Furtwangen, Matthias Weiler - zuständig für die Tafeln im Heilbronner Land, Kreisdiakonieverband

NDR: Computer im Klassenzimmer (02.11.2016)
Die Digitalisierung unserer Welt schreitet unaufhaltsam voran: auf dem Arbeitsmarkt, im Alltag und auch in der Schule. "Das Forum" über digitale Veränderungen in Schulklassen.

DLF: Flüchtlinge in Deutschland - Umstrittene Wohnsitzauflage (02.11.2016)
Das Integrationsgesetz macht’s möglich: Bis zu drei Jahre lang kann anerkannten Flüchtlingen ohne Job vorgeschrieben werden, wo sie zu wohnen haben. Laut der Regelung sollen sie in dem Bundesland bleiben, dem sie direkt nach ihrer Ankunft in Deutschland zugewiesen wurden. Die Bundesländer entscheiden dann, wie es innerhalb des Landes weitergeht.

SWR: On oder Daheim? Heimarbeit und Homeoffice zwischen Selbstbestimmung und Selbstausbeutung (31.10.2016)
Mit Heimarbeit und der handwerklichen Arbeit zu Hause gibt es bereits jahrzehntelange Erfahrung. Helmut Frei hat Menschen in der Schwarzwälder Uhrenindustrie und in Oberschwaben zu Hause und dort bei der Arbeit besucht und sie über ihre Erfahrungen befragt.

HR: Algorithmen, Roboter, hybride Teams - Arbeitswelt 4.0 (31.10.2016)
"Industrie 4.0" steht auf den Schildern der Datenautobahn, die uns schnurgerade in digitale Arbeitswelten führt. Wo Maschinen nicht nur die Arbeit machen, sondern sich auch gleich selbst miteinander über die Arbeitsteilung verständigen und wo mein eigener Arbeitsplatz überall und nirgends ist. Auf dieser Strecke sind wir längst unterwegs. Und genau wie auf der asphaltierten Autobahn sehen sich die einen nur von Rasern, die anderen nur von Schleichern umgeben. Die einen hupen ungeduldig bei jedem Investitionsstau und blicken von Deutschland und Europa aus neidvoll auf Amerikaner und Asiaten, die digital an ihnen vorüberziehen. Die anderen würden sich am liebsten auf den Standstreifen zurückziehen und sich erst einmal über die Strecke Gedanken machen, die da vor uns liegt, darüber, was sie uns abfordert und wohin sie uns am Ende führen wird. Welche Berufsgruppen und Branchen werden künftig auf der Überholspur sein und wer läuft Gefahr unter die Räder zu kommen? Eines ist klar: Geisterfahrer zu sein, bekommt einem schlecht, aber statt nur auf das Navi anderer zu vertrauen, sollte man sich lieber selbst orientieren.

SWR: Kollege 4.0: Das Ende der Arbeit, wie wir sie kennen (31.10.2016)
Es diskutieren: Prof. Dr. Dirk Baecker - Lehrstuhl für Kulturtheorie und Management, Universität Witten-Herdecke, PD Dr. Martin Krzywdzinski - Wissenschaftszentrum Berlin für Sozialforschung, Prof. Dr. Dieter Spath - Arbeitswissenschaftler, Universität Stuttgart

SR: Christoph Bartmann, "Die Rückkehr der Diener. Das neue Bürgertum und sein Personal" (30.10.2016)
Putzhilfe, Kinderbetreuung, Altenpflege, Lieferservice. Zu welchen Bedingungen arbeiten unsere Helfer(innen)? Vernachlässigen sie die eingene Familie?

SWR: Mein Kollege ist ein Roboter (29.10.2016)
Die Digitalisierung wird die Arbeit der Menschen in fast allen Bereichen verändern.
SWR: Die vergessene Insel - Lesbos steht vor dem Ruin (28.10.2016)
Vor einem Jahr war Lesbos ein Brennpunkt der Flüchtlingskrise. Über das Meer kamen die Menschen, die aus Afrika und Mittelasien vor Krieg und Armut flohen. Auf der griechischen Insel bekamen sie die erste Hilfe, doch die Welt dankt den Bewohnern ihren humanitären Einsatz nicht. Die Touristen bleiben aus, der Tourismus ist aber die Lebensgrundlage für die Menschen.

DLF: Neue akademische Gewerkschaft "Unterbau" - Mögliche Konkurrenz für Verdi und GEW (28.10.2016)
"Unterbau" heißt eine basisdemokratische Gewerkschaft, die Angehörige der Frankfurter Goethe-Universität im November neu gründen wollen. Das könnte die DGB-Gewerkschaften Verdie und GEW schwächen, die bereits an den Hochschulen aktiv sind. Allerdings ist auch ein positiver Effekt für den DGB denkbar.

DLF: Sanierungsstau - Geld ist da, aber Pläne fehlen (27.10.2016)
In Berlin befinden sich Schulen in einem miserablen baulichen Zustand. Zum Teil ist Geld durchaus vorhanden, aber wird nicht verbaut. Die Gründe sind dafür ganz unterschiedlich: zum Beispiel kein Personal und keine Koordination.

HR: Im Dschungel der Paragraphen - Flüchtlingsrealität in Deutschland (26.10.2016)
Bei der französischen Hafenstadt Calais wird derzeit der sogenannte Dschungel geräumt - ein Flüchtlingscamp, in dem Tausende auf eine Chance warteten, illegal nach Großbritannien weiterreisen zu können. Jetzt schafft die französische Polizei die Flüchtlinge fort - wohin auch immer. In deutschen Flüchtlingsunterkünften läuft alles ganz legal. Und fast niemand sieht, wie die Behörden dabei sind, das Problem mit den Migranten zu lösen; wie Angela Merkels "Wir schaffen das!“ längst umgemünzt wurde in ein behördliches "Wir schaffen das weg“. Ohne Geschrei, ohne große Polizeiaktionen, aber mit neuen Gesetzen und Verordnungen, mit neuen Befugnissen und mehr Beamten. Und mit Entscheidungen am Fließband, nach Aktenlage. Pragmatisch, praktisch, geräuschlos, wär ja noch schöner, wenn wir das nicht schaffen würden …

ARD: Schwer behindert. Ein Feature über hoch qualifizierte Menschen (26.10.2016)
Trotz Fachkräftemangels weigert sich ein Viertel aller beschäftigungspflichtigen Betriebe, hoch qualifizierte Menschen mit Behinderungen einzustellen. Das widerspricht der UN-Behindertenrechtskonvention, die Diskriminierung – auch im Arbeitsleben – verbietet.

SWR: Rückschritt statt Fortschritt? Das geplante Bundesteilhabegesetz in der Kritik (25.10.2016)
„Euer Gesetz behindert!“ rufen Demonstranten in ganz Deutschland, aufgeschreckt von 360 Seiten Bundesteilhabe-Gesetzentwurf. Es ist eine der größten Sozialreformen dieser Regierung: Von der Fürsorge zur Teilhabe. Mit der Reform soll die Situation behinderter Menschen verbessert werden. Tatsächlich aber würde sich vieles verschlechtern, sollte aus dem Entwurf ein Gesetz werden. Ulla Schmidt, früher Bundesgesundheitsministerin und jetzt Vorsitzende der Bundesvereinigung Lebenshilfe erklärt in SWR2 Kontext, welche Regelungen umstritten sind. Bis zur zweiten und dritten Lesung im Bundestag Anfang Dezember ist Zeit, diese Regelungen zu ändern.

BR: Alltag im Jobcenter: Fallmanager und ihre Kunden (25.10.2016)
Wer beim Jobcenter um Hilfe nachsucht, ist länger als ein Jahr arbeitslos oder kann durch seinen Job den Lebensunterhalt für sich und seine Familie nicht sichern. Oft ist die Arbeitslosigkeit verknüpft mit anderen sozialen Schwierigkeiten. Es sind keine einfachen Kunden, mit denen es die Fallmanager zu tun haben.

BR: Nachtquartier in der Parkbucht - Wenn LKW-Fahrer müde sind (24.10.2016)
Fernfahrer führten schon immer ein unstetes Leben, aber ein Problem macht ihnen zunehmend zu schaffen: wo parken für eine Ruhepause? Die LKW-Bereiche an Raststätten und Autohöfen sind notorisch überfüllt, an einfachen Autobahn-Parkplätzen mit oder ohne WC stauen sich die Lastwagen manchmal bis auf den Standstreifen hinaus. Oft bleibt nur das Weiterfahren, Weitersuchen. Übermüdung gilt als Hauptursache für Unfälle, in die LKW verwickelt sind.

BR: Die große Pflegereform: Wird jetzt alles besser? (24.10.2016)
Gast: Prof. Stefan Gössner, Pflegeforscher

Deutschlandradio Kultur: Hartz IV vor Gericht - Eine Reform und ihre fatalen Folgen (24.10.2016)
"Antrag abgelehnt" oder "Leistung verweigert": Auch elf Jahre nach der Reform sind Hartz-IV-Bescheide bei vielen Sozialgerichten der häufigste Klagegrund. Es sollten Menschen in Arbeit gebracht werden, entstanden ist ein Bürokratie-Monster.

BR: "Rockerbraut?" - "Nein, Mutter!" Vom Phänomen "Moderne Hausfrau" (23.10.2016)
2016: ein totgeglaubtes Rollenbild feiert sein Comeback. Über 100 Jahre nach dem ersten Weltfrauentag, mit Kitas und "familienfreundlichen" Unternehmen, machen immer mehr Frauen beim Kasten "Moderne Hausfrau" ihr Kreuz. Warum?

BR: Die geschützte Droge Alkohol - Industrie und Politik ziehen an einem Strang (23.10.2016)
74.000 Menschen sterben jährlich an ihrer Alkoholsucht. Aber die Politik schützt, so haben Wolfgang Kerler und Vanessa Lünenschloss recherchiert, diese Alltagsdroge.

DLF: Flüchtlingspolitik - Türkei-Deal als Blaupause für Afrika (22.10.2016)
Wie umgehen mit den Flüchtlingen aus Afrika? Neben einem verstärkten Grenzschutz in den Herkunftsländern ist auch ein Flüchtlingsabkommen á la Türkei der EU etwa mit Ägypten im Gespräch. Das allerdings stößt auf Bedenken.

DLF: Kita-Urteil - "Man muss der Kommune schuldhaftes Verhalten nachweisen" (21.10.2016)
Laut BGH können Eltern bei Kommunen Geld einklagen, wenn ihr Kind keinen Kita-Platz erhält. Allerdings müssten Schadenersatzansprüche im Einzelfall geprüft werden, sagte Bernhard Eibeck von der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft im DLF. Bei Mangel an Grundstücken und Personal treffe die Kitas keine Schuld.

Deutschlandradio Kultur: Das letzte Zuhause - Leben in einer Demenz-WG (20.10.2016)
Wir werden immer älter und mit steigendem Alter nimmt die Gefahr, an einer Demenz zu erkranken, deutlich zu. Entscheidend sind dann die richtige Pflege und Unterbringung - zum Beispiel in einer Wohngemeinschaft.

DLF: Crowdworking - Kreative Köpfe á la carte? (20.10.2016)
Auf der Messe Zukunft Personal spielt auch das Crowdworking eine große Rolle: Dabei suchen sich Personaler über Webplattformen Web-Arbeiter für Kleinstaufträge, aber auch für kreative Projekte. Dabei arbeitet nicht jeder Plattform seriös, berichten Gewerkschafter - total verteufeln wollen sie diese Art der Beschäftigung aber auch nicht.

DLF: Sozialer Wohnungsbau - Wenig Anreize für neue Bauprojekte (20.10.2016)
Immer mehr Bauherrn verzichten trotz zinsverbilligter Darlehen auf den Neubau von Sozialwohnungen. Bei durchschnittlichen fünf bis sechs Euro Miete pro Quadratmeter lohnt sich die Investition im Neubaubereich für viele einfach nicht. Um mehr Anreize für soziales Bauen zu schaffen, überlegen die Länder, Kredite in Zuschüsse umzuwandeln.

DLF: Stadtentwicklung - Zündende Ideen für bezahlbaren Wohnraum gesucht (20.10.2016)
Immer mehr Menschen zieht es in die Städte. Eine Entwicklung, die auch in Deutschland sichtbar ist. In vielen Metropolen wird der Wohnraum dadurch knapper und teurer. Ideen, günstige Wohnungen zu schaffen, gibt es einige. Aber die sind nicht immer leicht durchzusetzen.

Deutschlandradio Kultur: Polizeiwissenschaftler Rafael Behr - "Gewalt gegen die Polizei hat es immer gegeben" (20.10.2016)
Ist schwere physische Gewalt gegen Polizeibeamte inzwischen Alltag? Eine Zunahme lasse sich statistisch nicht nachweisen, sagt Rafael Behr. Der Polizeiforscher plädiert trotz der traurigen aktuellen Ereignisse wie im bayerischen Georgensgmünd für eine nüchterne Analyse.

DLF: Frauen in der DDR - Permanent am Limit (20.10.2016)
Frauen waren in der DDR nach zwei neuen Studien nicht gleichberechtigt. Sie wurden zwar in die sozialistische Arbeitswelt integriert, stiegen aber selten auf und wurden schlecht bezahlt. Ihr Leben war oft eine Mehrfachbelastung: Arbeit, Haushalt, Kinder.
SWR: Putzfrau, Gärtner, Lieferant: Der Mittelstand und seine Diener (19.10.2016)
Es diskutieren: Christoph Bartmann - Leiter des Goethe-Instituts New York, Prof. Dr. Dominik H. Enste - Institut der deutschen Wirtschaft, Köln, Prof. Dr. Markus Krajewski - Kultur- und Medienwissenschaftler, Universität Basel

Deutschlandradio Kultur: Flüchtlinge und Schwarzarbeit - Gefangen in einer Schattenwelt (19.10.2016)
Die Zeit drängt für viele Flüchtlinge, sie wollen in Deutschland ankommen und müssen manchmal auch ihre Verwandten in der Heimat unterstützen. Doch oft werden sie in die Schwarzarbeit gedrängt.

BR: Arzneimitteltests an Demenzkranken: Darf das sein? (19.10.2016)
Gast: Prof. Georg Marckmann, Institut für Ethik, Geschichte und Theorie der Medizin an der Ludwig-Maximilians-Universität München

HR: Summa cum lausig - Perspektiven für Akademiker (18.10.2016)
Das neue Semester hat begonnen, und es ist ein Rekordsemester für die Goethe Universität. Allein dort sind 47 Tausend der deutschlandweit 2,8 Millionen Studenten eingeschrieben und nochmal 13.600 an der Frankfurt University of Applied Sciences. Nicht alle werden es bis zum Abschluss schaffen, aber viele - und was dann? Wir müssen in Bildung investieren, heißt es immer, aber was ist mit Bildung überhaupt gemeint? Ist es gut für die Gesellschaft, wenn die Hälfte eines Jahrgangs einen Hochschulabschluss anstrebt? Machen sich die Universitäten eigentlich selbst Gedanken über die beruflichen Perspektiven ihrer vielen Studenten? An den Universitäten selbst und in der sogenannten Kreativwirtschaft tummelt sich inzwischen ein akademisches Prekariat von Magistern und Doktoren, hochqualifiziert und unterbezahlt. Brauchen wir mehr Steuerung? Wie könnte man die Fachwahl beeinflussen? Und sollen wir das überhaupt tun? Universitätsbildung ist doch nicht das gleiche wie Berufsausbildung.

DLF: Wohnsitzauflage für Flüchtlinge - Integration auf dem bayerischen Land (18.10.2016)
Mit Hilfe der neuen Wohnsitzauflage können die Bundesländer anerkannten Flüchtlingen ihren Wohnort zuschreiben. Oft werden ländliche Regionen gewählt, weil es dort mehr Wohnungen gibt. In Bayern, wo die Auflage bereits umgesetzt wird, klappt die Integration allerdings noch nicht ganz so reibungslos wie gedacht.
Deutschlandradio Kultur: DGB-Vorsitzender Reiner Hoffmann - "Über 20 Prozent der Erwerbstätigen verdienen weniger als 9,60 Euro" (15.10.2016)
In Deutschland gehe es ganz bestimmt nicht gerecht zu, mahnt der DGB-Vorsitzende. Denn Deutschland leiste sich "den größten Niedriglohnsektor nach Litauen". Durch vielfältige prekäre Beschäftigung gerieten auch die Rentenkassen erheblich unter Druck. Eine steuerliche Entlastung der niedrigen Einkommen sei zudem dringend geboten.

HR: Unter Aufsicht? Knast-Alltag in Deutschland (14.10.2016)
Was ist eigentlich los in unseren Gefängnissen? Ja, in unseren Gefängnissen, die wir uns halten, um dort Straftäter einzuschließen. Was ist los in unseren Gefängnissen? Das fragen sich jetzt viele von uns, nachdem ein berüchtigter und mutmaßlich bestens bewachter Häftling tot aufgefunden wurde, erhängt in seiner Zelle. Und wir, die wir draußen vor der Tür stehen, stellen plötzlich fest, wie wenig wir eigentlich wissen über die Menschen hinter dieser Tür, über Gefangene und Vollzugsbeamte, Seelsorger und Therapeuten, über die Schwierigkeit, Kriminalität im Knast zu verhindern und Resozialisierung nach der Haft zu ermöglichen. Wer auf Gefängnisse blickt, sieht die Türen zu und viele Fragen offen...

BR: Wohltäter im Wettbewerb - kann man den Erfolg sozialen Engagements messen? (11.10.2016)
Wohltätigkeit ist ein Milliardenmarkt. Zahllose Hilfsorganisationen, Vereine und Initiativen konkurrieren um öffentliche und private Fördermittel. Die Folge: Non-Profit-Organisationen müssen in zunehmendem Maße ihren Geldgebern nachweisen, dass ihre Tätigkeit einen gesellschaftlichen Nutzen hat. Doch wie lässt sich der Erfolg, die Leistungsfähigkeit von sozialer Arbeit messen? Und wenn ja, ist es sinnvoll, das zu tun?

Deutschlandradio Kultur: Die Paketdienstbranche - Gelockt, gelinkt und abserviert (11.10.2016)
Der E-Commerce boomt und mit ihm die Paketdienste. Eigentlich müsste das zu steigenden Löhnen führen, doch das Gegenteil ist der Fall: Die Paketboten stehen unter immensem Druck. Und manchmal treibt ihr Job sie auch in den finanziellen Ruin.

SWR: Platte machen: Wie leben Obdachlose? (10.10.2016)
Es diskutieren: Claudia Brüning - Referentin beim Sozialamt der Stadt Stuttgart, Stefanie Schweda - Sozialarbeiterin in der Tagesstätte für Wohnungslose der Caritas in Mannheim, Dr. Thomas Specht - Geschäftsführer der Bundesarbeitsgemeinschaft Wohnungslosenhilfe e.V., Berlin

DLF: Dauerbaustelle Rentenreform - Länger arbeiten für weniger Geld? (10.10.2016)
Ein dickes Rentenplus gab es in diesem Jahr, die größte Rentenerhöhung seit mehr als zwei Jahrzehnten. Das sind gute Nachrichten für die rund 20 Millionen Rentner von heute. Die Rentner von morgen oder übermorgen aber – für die gibt es eher eine düstere Perspektive: Ein sinkendes Rentenniveau bei steigenden Beitragssätzen.

Deutschlandradio Kultur: Sozialer Wohnungsbau in Berlin, Wien, Lyon und Tschechien (10.10.2016)

Durch viele Sondereinsätze in der Flüchtlingskrise oder bei Pegida-Demonstrationen kommen Polizeibeamte immer mehr an ihre Grenzen.

Vor kurzem wurden aktuelle Zahlen zur Situation der Kinder in Deutschland veröffentlicht. Sie zeigen, dass trotz eines positiven Konjunkturverlaufs in der Wirtschaft, die Zahl der Kinder gestiegen ist, die unterhalb der Armutsgrenze aufwachsen. Die Zukunftsprognosen für solche Kinder und Jugendliche sind denkbar schlecht.

Man müsse verhindern, dass junge Menschen eines Tages in Altersarmut abrutschen, weil ihre Renten nicht mehr ausreichen, sagte der Ökonom Rudolf Hickel im DLF. Darum sei eine Reform unvermeidbar. Das Ziel: ein existenzsicherndes Rentenniveau - und eine Abkopplung der Altersvorsorge von den Finanzmärkten.

Unser Rentensystem hat eine "ganz solide Basis", doch man müsse jetzt nachsteuern, sagt der Wirtschaftswissenschaftler Axel Börsch-Supan. Lebenszeit und Rentenzeit müssten in einem bestimmten Verhältnis stehen – nur so sei die Rente "relativ sicher".

Der Johanneshof ist eine Landwirtschaft, betrieben von Menschen mit Behinderung. Seit gut einem Jahr gibt es diesen Hof der Stiftung St. Johannes im schwäbischen Schweinspoint bei Marxheim. Das Konzept: Menschen mit Behinderung finden hier Arbeit und eine sinnvolle Beschäftigung. Auf der anderen Seite werden die erzeugten Produkte, Fleisch und Eier, verkauft. Dabei sind die Türen in diesem Bauernhof offen - wer will, kann Führungen auf dem "Erlebnisbauernhof" buchen. Judith Zacher war fürs Notizbuch "Nah dran" einen Tag lang auf dem Johanneshof dabei.

Rund 90.000 Flüchtlingskinder gehen allein in Nordrhein-Westfalen zur Schule. Sowohl für die neuen Schüler als auch für die Lehrer ist das eine Herausforderung. Auch weil die meisten Schulen beim Thema "Integration" bei Null anfangen würden, sagen Gewerkschafter.

Keine Hausaufgaben, keine Noten, keine 45-minütige Unterrichtsstunde: An der Berliner Privatschule "NewSchool" lernen Jugendliche in Projekten das, was sie interessiert. So soll Selbstständigkeit und Kreativität gefördert werden. Funktioniert das?

Nach Ansicht des Bildungsjournalisten Christian Füller sollten Pädagogen auf jeden Fall internetaffin sein, denn fast jedes Kind trüge heute ein Smartphone in der Hosentasche. Akzeptieren müsse man auch, dass die Kinder immer selbstständiger lernten.

Tausende minderjährige Flüchtlinge werden in Deutschland vermisst. So auch der 17-jährige Ahmad E. Er verschwand aus einem Flüchtlingsheim im Erzgebirge, wurde einen Tag später von der Polizei aufgegriffen und galt trotzdem monatelang als vermisst - kein Einzelfall in Deutschland. Falsch erfasste Personalien sind eine der Ursachen.

Laut einer neuen OECD-Studie "Gesellschaft auf einen Blick" steht Deutschland bei der Jugendarbeitslosigkeit recht gut da. Allerdings ist der Anteil der Geringqualifizierten seit Jahren nicht zurückgegangen. Regionale Unterschiede sind hoch: In Nordrhein-Westfalen ist der Anteil geringqualifizierter junger Menschen doppelt so hoch wie in Bayern.

Der Alterssurvey ist die wichtigste Langzeitstudie in Deutschland zum Thema Altern. Sie wird seit 20 Jahren durchgeführt, befragt werden Menschen zwischen 40 und 85 Jahren. Nun gibt es neue Ergebnisse. Gespräch mit Katharina Mahne, Projektleiterin Deutscher Alterssurvey.

In ganz Deutschland lebten Anfang der 90er Jahre etwa 150.00 blinde Menschen. Ein nicht genau bezifferter Teil kam aus der DDR. Wie haben sie die Wende erlebt?

DLF: Flüchtlinge in Baden-Württemberg - Freiwilliges Soziales Jahr als Integrationshilfe (03.10.2016)
Für junge Flüchtlinge ist es oft schwierig, sich in ihr neues soziales Umfeld in Deutschland zu integrieren. Einige von ihnen versuchen das, indem sie selber helfen und ein Freiwilliges Soziales Jahr absolvieren. Das baden-württembergische Sozialministerium fördert Organisationen, die Flüchtlingen eine Stelle und damit eine Chance geben.

SWR: Gegen Ausbeutung von Schauspielern: "Ihr tut's doch nicht fürs Geld" (30.09.2016)
Gespräch mit Johannes Lange von der Schauspielervertretung Ensemble-Netzwerk
Die Streetworker von Off Road Kids haben seit 1993 mehr als 4.000 Straßenkindern in Deutschland dabei geholfen neue Perspektiven zu finden. Allein in Hamburg gebe es jedes Jahr rund 200 Kinder und Jugendliche, die aus ihrem Elternhaus fliehen, so eine Mitarbeiterin.

In Zukunft werde das Rentenniveau unter Druck geraten, sagte Reinhold Schnabel, Professor für öffentliche Finanzen an der Universität Duisburg-Essen, im DLF. Um dies zu verhindern, sei die Rente mit 67 die wirkungsvolle Stellschraube.

Ein Schulpsychologe kommt auf über 5.000 Schüler in Großstädten und auf 15.000 Schüler in ländlichen Regionen. Mit dieser schlechten Ausstattung könne man nur reaktiv arbeiten, sagte Klaus Seifried, Leiter des Bundeskongresses für Schulpsychologie, im DLF. Dabei wäre präventive Arbeit viel sinnvoller. Auch, um hohe soziale Folgekosten zu vermeiden.

In Osteuropa gibt es nicht genügend Jobs, und in Deutschland fehlen Pflegekräfte. Deshalb kommen viele Frauen aus osteuropäischen Ländern nach Deutschland, um alte Leute zu versorgen. Entstanden ist dadurch ein System der Ausbeutung.

Deutschlandradio Kultur: Erziehungsstellen - Wo Familien auf Zeit zusammenleben (27.09.2016)
Ein fremdes Kind bei sich leben zu lassen, noch dazu eines, das von seinen Eltern vernachlässigt oder gar missbraucht wurde, das war für die Erzieherin Tanja Franke ein Herzenswunsch. Sie arbeitet für eine Erziehungsstelle, die als "bessere Pflegefamilie" gilt.

detektor.fm: Geburtenwende - Warum es in Deutschland wieder mehr Kinder gibt (27.09.2016)
Im Jahr 1964 sind in der Bundesrepublik Deutschland und der DDR beinahe 1,4 Millionen Kinder zur Welt gekommen. Danach ist die Zahl der Geburten rapide gesunken – 2012 sind es weniger als die Hälfte. Gleichzeitig zeichnet sich in vielen deutschen Großstädten ein neuer Trend ab: Kinderkriegen ist wieder in Mode. Eine Studie von Wissenschaftlern der Universität Halle zeigt, dass dieser Trend sich nicht nur auf einzelne Boomstädte beschränkt. Es gibt Hinweise auf eine allgemeine Geburtenwende in Deutschland.

Vor einem Jahr unterzeichneten die sechs großen deutschen Fleischerzeuger eine Selbstverpflichtungserklärung, wonach sie Missstände bei der Beschäftigung von ausländischen Leiharbeitern abstellen wollten. Seitdem hat sich einiges verbessert. Doch es gibt immer noch genug Unternehmen, die sich nicht an die Standards halten.

Angetrieben vom Reformgeist der frühen 1970er-Jahre, nahm damals die landesweit erste Integrierte Gesamtschule in Hannover ihren Dienst auf. Die Schüler konnten ihr Abitur etwa in Kochen oder Tischtennis machen. Der Jahrgang brachte Anwälte und Ärzte hervor.

Die Familie steht unter dem Schutz des Grundgesetzes - das gilt auch für anerkannte Flüchtlinge. Doch hat die Bundesregierung im Asylpaket II beschlossen, den Familiennachzug für Flüchtlinge mit nachgeordnetem Status für zwei Jahre auszusetzen. Ist Integration unter diesen Bedingungen überhaupt möglich?

Wenn es um Integration von geflüchteten Menschen geht, dann sind sich alle einig - die fängt mit Bildung und dem Spracherwerb an! und zwar vor allem in der Schule! Doch eine Studie der Mercator-Stiftung der Uni Köln zeigt: die Lehrer und Lehrerinnen sind nach wie vor schlecht auf den Schulalltag in der Einwanderungsgesellschaft vorbereitet. Und dennoch: es gibt Stimmen, die sagen: Die Flüchtlingskinder sind auch eine Chance für unser Bildungssystem. So die Bildungsjournalistin und Buchautorin Katharina Blass.

 Die katholischen Bischöfe haben sich zu ihrer Vollversammlung getroffen und dort über Armut gesprochen und der Generalsekretär des deutschen Caritasverbandes Georg Cremer hat ein Buch veröffentlich letzte Woche über Armut in Deutschland. Cremer warnt vor zu schrillen Tönen in der Armutsdebatte.

Raul Krauthausen vom Verein "Abilitywatch" war zwar am Gesetzgebungsprozess zur Teilhabe von Menschen mit Behinderung beteiligt. Heute aber sagt er: "Das ist nicht mein Gesetz". Im DLF kritisierte er unter anderem, dass damit Menschen mit Behinderung gegen ihren Willen ins Heim gezwungen werden könnten.

Durch das Bundesteilhabegesetz werde der Arbeitsmarkt für Menschen mit Behinderung etwas flexibler gestaltet, sagte Robert Freumuth vom Internetportal MyHandicap im DLF. Denn neben Werkstätten für Menschen mit Behinderung könnten nun auch andere Träger hinzukommen.

Das neue Bundesteilhabegesetz wird am Donnerstag in erster Lesung im Bundestag beraten. Aus dem alten Fürsorgerecht soll ein modernes Teilhaberecht werden - allerdings ohne zusätzliche Kosten zu verursachen. Behinderte und Sozialrechtsexperten fordern schon jetzt Nachbesserungen.

Vom Burnout wird oft gesprochen, vom Boreout eher selten. Wer sich in der Arbeit tödlich langweilt, sich dauerhaft unterfordert fühlt, keinen Sinn im beruflichen Tun erkennen kann, stößt bei seiner Umwelt auf wenig Verständnis. Dabei ist "Boreout" ein Krankheitsbild, das durchaus Parallelen zum Burnout aufweist.

SWR: Abgeklemmt: Kein Geld für Strom (19.09.2016)
Kein Geld für die Stromrechnung. Zu wenig Bares, um die Wohnung zu heizen. Diese Sätze klingen nicht nach Europa. Dabei gibt es solche Energiearmut bei Menschen in Deutschland.

WDR: Azubi sucht Lehrstelle, Lehrstelle sucht Azubi (18.09.2016)
Jedes Jahr das gleiche Dilemma: Wer Arzthelferin, Verkäufer oder Industriemechaniker werden will, findet nur schwer eine Ausbildungsstelle. Betrieben, die Köche, Finanzkaufleute oder Logistiker ausbilden, fehlen die Bewerber.

Sie wollen helfen, werden aber oft dran gehindert, beleidigt oder sogar bedroht. Immer öfter kommt es in Rheinland-Pfalz zu Gewalt gegen Polizisten, Feuerwehrleute oder Rettungssanitäter. Mitarbeiter vom Rettungsdienst Landau berichten, was sie bei Einsätzen alles schon erlebt haben. Politiker im Land fordern unter anderem härtere Strafen für die Täter. Die Polizei in Rheinland-Pfalz wiederum setzt sogenannte "Bodycams" ein und hofft, dass es erst gar nicht zu Angriffen kommt. Warum gibt es so viel Gewalt gegen Einsatzkräfte? Dazu ein Interview mit dem Kriminalpsychologen Prof. Rudolf Egg.

Vor ein paar Jahren war Lissabons Stadtteil Mouraria noch eine No-Go-Area - und dann haben die Bürger angepackt.

Der Krieg gegen die Drogen hat viel gekostet und wenig gebracht. Doch wie weiter? Was wäre, wenn Heroin, Kokain und Co. legalisiert würden? Input macht das grosse Gedankenexperiment. Jetzt mal nüchtern: Warum nicht alle Drogen legalisieren? Zahlreiche Forscher und Fachleute sind sich einig: Unsere Drogenpolitik ist in einer Sackgasse. Vier Personen überlegen laut, was passieren würde, wenn ALLE Drogen legal wären: Alt-Bundesrätin Ruth Dreifuss, die weltweit für eine liberale Drogenpolitik kämpft, ein Ex-Heroinjunkie mit bewegter Vergangenheit, ein Psychotherapeut, der LSD-Therapien durchführt und Irène Abderhalden, Direktorin des Fachverbandes «Sucht Schweiz».

Die Balkanroute ist geschlossen, doch weiterhin flüchten tausende Menschen übers Mittelmeer nach Europa. Allein in diesem Jahr fanden dabei 3000 den Tod. Die Hilfsorganisation SOS Mediterranee versucht, weitere Opfer zu verhindern. Die freiwilligen Retter kommen dabei nicht selten an ihre physischen und psychischen Grenzen.

SWR: Südeuropa fordert eine neue EU-Sozialpolitik: Schluss mit Sparen! (09.09.2016)
Interview mit Ulrich Thielemann, Wirtschaftsethiker, Gründer und Direktor der MeM Denkfabrik für Wirtschaftsethik

In Sachen Sprachvermittlung an deutschen Schulen gibt es gravierende Mängel. Das haben der Sachverständigenrat deutscher Stiftungen und das Mercator-Institut für Sprachförderung in einer gemeinsamen Untersuchung festgestellt. Ein Grund: Viele Lehrer sind nicht gut ausgebildet. Aber es gibt auch Positives zu berichten.

Bewerbungstrainings, Computerkurse, Eignungsfeststellungen: Jobcenter verpflichten arbeitslose Hartz-IV-Empfänger zu zahlreichen Maßnahmen - auch wenn diese im Einzelfall nicht immer sinnvoll sind. Für die Betroffenen hat das oft schwerwiegende Folgen.

2014 versprach Bundesfamilienministerin Manuela Schwesig, die zum Teil erheblichen Qualitätsunterschiede in Kitas aufzuheben. Helfen sollte dabei ein Bundesqualitätsgesetz. Passiert ist seitdem nichts. Und eine aktuelle Studie belegt: Die frühkindliche Bildung in vielen Kitas ist höchstens Mittelmaß - wenn nicht sogar schlechter.

Einkommen und Bildungsgrad der Eltern entscheiden in Deutschland maßgeblich über die Chancen ihrer Kinder, sagt Marcel Fratzscher. Der Präsident des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung fordert mehr Aufmerksamkeit und Geld für die frühkindliche Bildung.

Deutschlandradio Kultur: Kampf gegen die Drogen - Heroin auf Rezept für Schwerstabhängige (02.09.2016)
Bessere medizinische Versorgung und staatlich kontrollierte, legale Abgabe harter Drogen - das ist nach Ansicht der früheren Schweizer Bundespräsidentin Ruth Dreifuss der richtige Weg in der Drogenpolitik. In der Schweiz gibt es das seit 20 Jahren.

Manch einer kennt es nur noch aus der Kindheit: Schäfer, die mit ihren großen Herden und Hütehunden übers Land zogen und auch auf stadtnahen Grünflächen waren. Früher waren die Bauern froh, weil die Schafe wertvollen Dünger lieferten, heute müssen Schäfer um jedes abgeerntete Feld betteln. Inzwischen gibt es nur noch 230 Berufsschäfer in ganz Bayern.

Bücher, Broschüren, Referenten: Deutsche Unternehmen werden in den Schulen immer aktiver. Eine kostenlose Hilfe für die Lehrer, sagen die einen. Versteckte Werbung, sagen die Kritiker. Wie stark ist der PR-gefärbte Einfluss auf die Schüler inzwischen?

Als sich vor einem Jahr Hunderttausende Migranten Richtung Deutschland aufmachten, war bei uns niemand darauf vorbereitet. Nicht die Politik und erst recht nicht die Behörden. Als die Kanzlerin in kleinstem Zirkel beschloss, die Grenzen aufzumachen, reagierte die Zivilgesellschaft aber am schnellsten. Die zahllosen Helfer nahmen das vorweg, was Angela Merkel später als offizielle Parole ausgab: "Wir schaffen das". Ein Jahr später sieht man, wie sich die Republik verändert hat. Durch die Union geht ein tiefer Riss. Durch die Gesellschaft auch. Wie viel Zuwanderung wollen wir? Wie viel vertragen wir? Das ist nicht geklärt, eine offene Debatte darüber scheuen alle Parteien. Momentan kommen durch das Abkommen mit der Türkei weit weniger Menschen nach Deutschland. Was macht das Land mit dieser Atempause? Und sind wir vorbereitet auf den nächsten Ansturm? Ausgeschlossen ist der ja keineswegs.

Das globale Wirtschaften hat Deutschland zwar zum reichsten Staat Europas gemacht, aber auch Opfer gefordert. Der Soziologe Heinz Bude fordert, die Verbindung zwischen arm und reich wiederherzustellen. Man dürfe die Idee der Solidarität nicht den rechtspopulistischen Parteien überlassen

Abdulkader Al Omar lebt seit fast einem Jahr in Leipzig und Magdeburg. Der 20jährige Syrer ist geflohen, weil er in Assads Armee dienen musste. Er möchte seine minderjährige Frau nachkommen lassen, gibt sich aber kaum Mühe, Deutsch zu lernen. Ganz anders ein älterer Bruder Adulatif, der mental in Deutschland angekommen ist und sich aktiv integriert. Bastian Wierzioch hat die beiden Brüder über Monate hinweg immer wieder getroffen und beobachtet, wie die Flüchtlinge ihr neues Leben in Deutschland angehen.

Erst ging Nina auf eine Inklusionsschule, dann wurde der Stress zu groß und sie wechselte auf eine Förderschule. Für Eltern ist es schwer, die richtige Entscheidung zu treffen.

"Jugendstrafvollzug in freien Formen" heißt die Alternative zum Gefängnis. Einrichtungen wie das Christliche Jugenddorf in Creglingen setzen auf die Verantwortung des Einzelnen.

Für die einen ist es die Zukunft der Pflege, für die anderen eine Horrorvision: der Einsatz von Robotern in Pflegeheimen oder Krankenhäusern. Die Entwickler sind aber zuversichtlich: Nicht nur Transportroboter wird man auf Klinikfluren antreffen, sondern auch maschinelle Reha-Trainer.

Yolandi ist ein Roboter: Kostengünstig und damit auch für kleine Unternehmen erschwinglich. Yolandi kann gefährliche oder monotone Tätigkeiten übernehmen. Und damit die Arbeitswelt humaner und sicherer machen. Doch damit möglichst viele Arbeitnehmer von der Digitalisierung profitieren, ist die Weiterbildung gerade von älteren Mitarbeitern nötig.

Durch persönliche Betreuung gelangen Langzeitarbeitslose wieder in den ersten Arbeitsmarkt. Das Jobcoaching-Programm des Berliner Senats ist erfolgreich. Es hat aber einen Haken: Die Jobcoaches werden selbst nur prekär beschäftigt.

Wer eine Geldstrafe nicht zahlen will oder kann, dem droht die Ersatzfreiheitsstrafe. Aber Haftstrafen sind teuer und gelten als häufig nicht besonders wirksam. In Bremen werden Alternativen ausprobiert: Von Strafarbeit bis hin zu Sozialtickets für die Straßenbahn.

Seit 2012 ist gesetzlich festgeschrieben, dass die Unternehmen ihren Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern nach der Genesung eine Alternative suche müssen. Manchmal gibt es dafür sogar eine eigene Stabsstelle.

Ein Modellprojekt, das Schule machte: Straffällig gewordene Jugendliche werden seit 1999 in Stuttgart-Bad Cannstatt engmaschig betreut und zügig verurteilt. Denn Polizei, Staatsanwaltschaft und Jugendamt arbeiten im "Haus des Jugendrechts" unter einem Dach.

Es mehren sich die Stimmen, die von einer lang dauernden "säkularen Stagnation", vom bevorstehenden Ende des Kapitalismus reden. Doch Paul Mason, Journalist, Ökonom und Berater des Labour-Party-Vorsitzenden, blickt über dieses Ende optimistisch hinaus. Er setzt dabei auf die vernetzten Bürger - und auf das genossenschaftliche Modell.

Menschen mit Behinderung sollen ihr Leben selbstbestimmt planen und ihren eigenen Unterhalt verdienen können. Geht das in Werkstätten für Menschen mit Behinderung?

Martin-Köllen-Förderschule in Köln: Für Nex und Ümmi geht die Schulzeit zuende. Reporterin Elin Rosteck begleitet sie und ihre Mitschüler in den letzten Schulwochen und in ihren Praktika. Ihr Abschluss ist auf dem Arbeitsmarkt kaum etwas wert.

Sie haben ihre eigenen Gottesdienste, Institute, Restaurants, Geschäfte und Diskotheken. Sie pflegen ihre Kultur, grenzen sich aber nicht ab. Kinder von Migranten oder aus deutsch-polnischen Beziehungen sprechen oft davon, dass sie sowohl eine polnische als auch eine deutsche Identität haben. Fünf Vertreter unterschiedlicher Generationen erzählen über ihre persönliche Entwicklung in Deutschland.

Die Reichen werden immer reicher, die Armen immer ärmer. Wir fallen in eine Art vormoderne Ständegesellschaft zurück, meint Sighard Neckel.


Das Ruhrgebiet ist das Armenhaus Deutschlands. Die robuste Wirtschaft Deutschlands mit einem erfreulichem Arbeitsmarkt kommt in Städten wie Oberhausen, Hagen, Duisburg oder Dortmund nicht an. Armut wird im Ruhrgebiet sogar immer mehr vererbt, hat Wolfram Goetz recherchiert, und fragt dabei auch nach den Ursachen.

Die Patienten kommen aus Westeuropa, den Golfstaaten oder aus Russland und es geht um Milliardenerlöse: Das Geschäft mit dem Medizintourismus in Deutschland blüht. Doch wo so viel Geld zu holen ist, tummeln sich auch schwarze Schafe.

Früher war Krankheit Schicksal. Heute gilt oft als selber schuld, wer krank wird. Denn er oder sie hat sich zu wenig bewegt, schlecht ernährt, kurz: zu wenig vorgebeugt. Aber wie viel Prävention ist sinnvoll? Und kann zu viel Gesundheit krank machen?

DLF: Strategien gegen Schleuser - Den Schleppern das Handwerk legen (24.07.2016)
Die meisten Flüchtlinge, die nach Europa kommen, haben dabei vermutlich Hilfe von Schleusern. Weil immer mehr Menschen vor Krieg und Terror fliehen, wird es für sie teurer oder gefährlicher, diese Dienste in Anspruch zu nehmen. Die Schlepper profitieren - solange sie schnell genug auf sich ändernden Routen und andere Hürden reagieren.

Deutschlandradio Kultur: Sollen Roboter Sozialversicherung zahlen? (23.07.2016)
DLF: Eine soziologische Analyse - Der AfD-Wähler – das unbekannte Wesen (21.07.2016)
Die AfD ist vor allem eine Männerpartei, wird eher von älteren gewählt und ihre Wähler eint die Angst vor dem Abstieg - so resümieren Meinungsforscher. Soziologen und Demoskopen hatten die Wahlerfolge der "Alternative für Deutschland" so nicht vorhergesehen. Doch wer sind ihre Wähler? Der Versuch einer soziologischen Analyse des "typischen" AfD-Wählers anhand dreier Landesverbände.

SWR: Die Macht der Alten: Sind wir auf dem Weg in die Rentnerdemokratie? (20.07.2016)
Es diskutieren: Martina Gille - Jugendforscherin, Deutsches Jugendinstitut, München, Dr. Wolfgang Gründinger - Sprecher der Stiftung Generationengerechtigkeit, Berlin, Prof. Dr. Uwe Wagschal - Politikwissenschaftler, Universität Freiburg

DLF: Gelebte Integration - Wie polnische Zuwanderer eine deutsche Grenzregion wiederbeleben (20.07.2016)
Sie ziehen in die leer stehenden Immobilien, beleben Kindergärten, kommen als Fachkräfte oder investieren selbst in neue Betriebe. Polnische Zuwanderer haben die Uckermark als neue Heimat für sich und ihre Familien entdeckt. Eine ganze Region, die in der Vergangenheit wirtschaftlich und demografisch zu veröden drohte, lebt seit einigen Jahren wieder auf.

BR: Wie ist das zu schaffen? Szenen aus der Flüchtlingsbetreuung (20.07.2016)
Die Willkommenskultur für Flüchtlinge in Deutschland hat weltweit Aufsehen erregt. "Wir schaffen das", hat Kanzlerin Merkel vorgegeben und ein ganzes Land bemüht sich, diesem Anspruch gerecht zu werden. Doch nicht immer läuft alles glatt. Vieles ist auch umstritten. Neugebaute Einrichtungen stehen plötzlich leer, kosten aber Geld. Es finden sich Jobs für Asylbewerber, aber wie bringt man diese dazu, pünktlich zur Arbeit zu erscheinen? Bei der Geldausgabe kommt es zu Prügeleien, eine Geldkarte aber ist auch nicht recht. Gabriele Uitz hat für ihr Nah dran ambivalente Szenen aus der Flüchtlingsbetreuung gesammelt.

DLF: Flüchtlinge in Deutschland - Gelockt von falschen Versprechungen (19.07.2016)
Tolle Autos, gute Jobs, schöne Wohnungen - das alles bekommt man in Deutschland vom Staat geschenkt. So klingt es in vielen Videos und Nachrichten, die Flüchtlinge in den sozialen Netzwerken verbreiten. Angelockt von diesen falschen Versprechungen werden auch Syrer und Iraker, die sich längst in sicheren Drittstaaten ein Leben aufgebaut haben.

DLF: Und wer kümmert sich um uns? Wenn Deutsche sich benachteiligt fühlen (15.07.2016)
"Um mich kümmert sich niemand von denen da oben.", "Die sorgen sich nur um ihren eigenen Vorteil, für uns machen die nichts.", "Den Randgruppen wird alles reingeschoben und wir gehen leer aus“. Solche Sätze sind nicht selten zu hören. Eine tiefe Verunsicherung zieht sich durch das Land bis in die Mitte der Gesellschaft, warnen viele Wissenschaftler.

Deutschlandradio Kultur: Wachpolizisten in Sachsen - Clevere Lösung oder Billigpolizei? (18.07.2016)
Normalerweise dauert eine Ausbildung zum Polizisten in Sachsen drei Jahre. Weil Personal fehlt, werden Wachpolizisten zum Objektschutz jetzt in drei Monaten ausgebildet. Eine Schusswaffe tragen sie dennoch. Die Opposition spricht von einer "Billigpolizei".

DLF: Privatisierung von Polizeiaufgaben - Ein Rückzug des Staates? (14.07.2016)
Die Sicherheit der Bürger zu gewähren, das ist eigentlich eine Kernaufgabe des Staates. Doch Sicherheit ist längst auch ein käufliches Gut. Private Sicherheitsdienste bewachen Bahnhöfe, Shoppingmalls, Kernkraftwerke oder Flughäfen und kommen bei Großveranstaltungen zum Einsatz. Wird die Polizeiarbeit immer mehr privatisiert? Und wie qualifiziert sind die privaten Dienstleister eigentlich?

Mehr als eine Million Menschen suchen in Deutschland länger als ein Jahr nach einer Stelle. Jeder Fünfte von ihnen steckt sogar schon mehr als vier Jahre in Hartz IV fest. Darunter leiden auch die Familien der Langzeitarbeitslosen. Die nimmt jetzt ein neues Modell in den Blick. In Nürnberg kümmern sich Doppelteams aus Jobberater und Sozialarbeiter um Langzeitarbeitslose. Sie betreuen die ganze Familie, kümmern sich nicht nur um berufliche Qualifizierung der Eltern, sondern auch um Erziehungs- oder Schulprobleme beim Nachwuchs.

Als unser "Freund und Helfer" Tag für Tag im Einsatz zu sein, das kann buchstäblich ins Auge gehen. Für Polizeibeamte ist das Alltag, und es ist zunächst mal ihr Berufsrisiko. Aber für uns alle wird es riskant, wenn die, die uns schützen sollen, sich selbst immer schlechter schützen können. Wie sollen Polizeibeamte das staatliche Gewaltmonopol ausüben, wenn sie selbst anscheinend immer häufiger zu Opfern von Gewalt werden? Und zwar nicht nur weit entfernt in den USA, sondern mitten in unserem eigenen Land? 123 Polizisten sind am vergangenen Wochenende in Berlin verletzt worden - im Einsatz gegen linke Randalierer, die aber keineswegs das Monopol haben, wenn es um Gewalt gegen Polizeibeamte geht. Wird diese Art von Gewalt im wahrsten Sinne des Wortes immer hemmungsloser? Wenn ja, woran liegt das? Und vor allem: Welche Antwort sollen wir darauf geben?

Jungen Menschen in Europa fehlt es häufig an gesellschaftlichem Engagement, sie bilden die Generation Ich. Dieses negative Bild, mit dem auch Medien häufig operieren, steht in Kontrast zu vielen seriösen Jugendstudien. Dazu im Gespräch die Soziologin und Jugendforscherin Martina Gille.

Immer wieder hört man Professoren klagen, die Studenten seien nicht mehr studiertauglich, hätten an einer Hochschule nichts verloren, könnten keinen geraden Satz formulieren. Solche Beschwerden sind aber so alt wie die Universität selbst. Forscher warnen deshalb vor Pauschalurteilen und raten, die Hochschulen selbst müssten lernen.

Seit fünf Jahren soll das "Bildungs- und Teilhabepaket" bedürftigen Kindern ermöglichen, an Nachhilfestunden, Klassenausflügen oder Musikunterricht teilzunehmen. Doch längst nicht alle Mittel aus der Förderung werden abgerufen, denn die Hürden dafür sind hoch. Kritiker fordern einen Bürokratieabbau. Sonst blieben diejenigen auf der Strecke, die am stärksten auf die Hilfe angewiesen sind.

Die Attentäter von Paris und Toulouse kamen aus den Banlieues, den benachteiligten Vorstädten. Junge Menschen dort klagen über fehlende Perspektiven.

In der NDR Info Redezeit diskutierten Rolf Behncke, Ottmar Miles-Paul und Ingrid Körner. Behinderte sollen so leben können, wie sie wollen. Das schrieb vor acht Jahren die UN-Konvention über die Rechte der Behinderten fest. Die deutsche Regierung will nun mit einem 400 Seiten starken Gesetz ihrer Verpflichtung nachkommen. Was versprechen sich die Menschen mit Behinderung von der Gesetzesänderung? Sind sie mit dem Erreichten zufrieden? Was sind die wichtigsten Veränderungen? Setzt das Gesetzespaket die richtigen Schwerpunkte? Ein Gesetz allein, kann sicher nicht Diskriminierung beseitigen. Wie müsste sich die Gesellschaft wandeln, damit auch für Menschen mit Behinderung ein Arbeitsplatz und selbstbestimmes Leben alltäglich werden?

Im April haben Sondereinsatzkommandos der Polizei bei Razzien in Berliner Wohnungen acht Männer festgenommen. Sie gehörten zu kurdisch-arabischen Clans, die speziell im Berliner Stadtteil Neukölln für schwere und organisierte Kriminalität bekannt sind. Wer sich auf die Suche nach Gründen dafür macht, stößt auf Geschichten von Entwurzelung und enttäuschten Hoffnungen. Für den deutschen Staat wird es Zeit, aus Fehlern zu lernen.

Rund 14.000 ambulante Pflegedienste gibt es in Deutschland, ihre Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter kommen zu alten oder kranken Menschen ins Haus und pflegen sie dort. Doch nicht immer wird geleistet, was bezahlt wird. Der Abrechnungsbetrug ist so lukrativ, dass sich schon die organisierte Kriminalität dafür interessiert. Eine Gesetzesänderung soll Abhilfe schaffen.

Erst wurde die Kultur- und Kreativwirtschaft zur Hoffnung für postindustrielle Gesellschaften hochgejubelt. Mittlerweile sind die prekären Lebensverhältnisse ihrer Leistungsträger in den Fokus gerückt.

Die Gefangenen sitzen hier nicht nur ihre Strafe ab: Die JVA Berlin-Tegel ermöglicht es ihnen, ihren Schulabschluss nachzuholen. Viele Inhaftierte können sich hinter Gittern erstmals auf den Unterricht und auf das Lernen konzentrieren.

65 Millionen Menschen sind weltweit auf der Flucht. In Europa kommt nicht einmal jeder Zehnte an. Dossier Politik zur aktuellen Situation der Flüchtlinge in Europa. Mit der Schließung der Balkanroute und dem Türkei-Deal glaubt Europa das Flüchtlingsproblem für sich halbwegs gelöst zu haben. Doch der Schein trügt.

Flüchtlinge, die es auf australischen Boden geschafft haben, werden von den Behörden in Auffanglager auf entlegene Inseln verfrachtet. Dort herrschen katastrophale Bedingungen.

Die Freizügigkeit ist in der Europäischen Union ein hohes Gut; doch im Kern gilt sie nur für Arbeitnehmer. Was aber, wenn EU-Bürger nach Deutschland kommen, nicht um zu arbeiten, sondern nur um Sozialleistungen zu beziehen? Von den mehreren Hunderttausend Menschen, die seit 2012 aus EU-Ländern nach Deutschland kamen, haben die weitaus meisten hier eine Arbeit gefunden. Nur in sehr wenigen Fällen gibt es Hinweise auf Sozialmissbrauch. Den bloßen Zuzug ins Sozialsystem zu verhindern, ohne das europäische Grundrecht der Freizügigkeit zu gefährden, ist eine politische Gratwanderung.

Das Versprechen vom gesellschaftlichen Aufstieg für alle ist brüchig geworden. Die Unterschicht glaubt schon lange nicht mehr daran, die Mittelschicht ist skeptisch. Zeit für eine Diskussion über den Zusammenhalt der Gesellschaft.

Aufstieg durch Leistung – möglich für alle! Das war das Versprechen der sozialen Marktwirtschaft der alten BRD. Doch es gilt längt nicht mehr. Die Mittelschicht wird immer dünner.

Schneller, mehr, effektiver: Der Druck aus Politik und Öffentlichkeit lastet schwer auf dem Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (BAMF). Doch nun muss sich die Amtsleitung unter Frank-Jürgen Weise zudem noch vor dem Verwaltungsgericht verantworten. Der Personalrat hatte unter anderem gegen die seit Monaten gängige beschleunigte Einstellungspraxis geklagt.

Deutschlandradio Kultur: Neuerungen in der Arbeitswelt - Datenbrille statt Handbuch (16.06.2016)
Datenbrillen erobern allmählich das Arbeitsleben: etwa in der Logistik, in der Produktion oder bei Wartungs- und Reparaturarbeiten. Besonders geeignet sind sie dort, wo die Arbeit freie Hände verlangt - zum Beispiel in der Gondel einer Windkraftanlage.

NDR: Forschernachwuchs auf dem Abstellgleis (13.06.2016)
Viele junge Akademiker arbeiten mit Zeitverträgen. Ob sie jemals fest in den Wissenschaftsbetrieb einsteigen könne, ist ungewiss.

BR: Undocumented - illegale Immigranten in den USA (12.06.2016)
Über das Schicksal der rund 11 Millionen illegale Einwanderer und ihrer Familien in den USA berichtet Martina Buttler.

BR: Das Wagnis der Nähe - wenn behinderte Menschen in Gastfamilien leben (06.06.2016)
Menschen mit einem körperlichen, geistigen oder seelischen Handicap müssen nicht unbedingt im Heim leben. Es gibt auch Gastfamilien, die den Betreffenden vorübergehend oder auf Dauer aufnehmen. So entsteht ein hohes Maß an individueller Freiheit und Lebensqualität - ohne Ausgrenzung. Verschiedene Vereine und Organisationen in Bayern bieten das "Betreute Wohnen in einer Gastfamilie" an. Sie prüfen, ob Familie und Gast zusammenpassen, und helfen, wenn es Probleme gibt - denn natürlich ist so viel Nähe immer auch ein Wagnis.

WDR: Programmierter Abstieg - Wie Deutschland Prekariat erzeugt (05.06.2016)
Eine Erzieherin, die ohne Nebenjob nicht über die Runden kommt; ein Unternehmer vor der Pleite, weil er beim Lohndumping nicht mitmacht; ganze Branchen, die auf Scheinselbständigkeit fußen. Mit System werden Millionen unter die Armutsgrenze gedrückt

Am 5. Juni wird in der Schweiz über ein bedingungsloses Grundeinkommen abgestimmt. 2.500 Franken pro Monat würde dann jeder Schweizer Bürger bekommen - jedoch verrechnet mit Lohn oder Sozialhilfe. Auch wenn kaum Aussicht auf Erfolg besteht: Die dazugehörige Volksinitiative hat nicht nur in der Schweiz eine breite Debatte zum Thema angestoßen.

Ein gutes Jahr vor der Bundestagswahl nimmt die öffentliche Debatte über unser Rentensystem Fahrt auf. Gut gespeist durch motionsgeladene Teilaspekte wie die Altersarmut oder die von Innenminister Schäuble ins Spiel gebrachte Rente mit 70. Was will die Politik? Welche Modelle oder Szenarios gibt es, und was würden sie kosten? Was wäre das optimale Rentenmodell?

Wer vor Krieg und Verfolgung flieht und es bis nach Deutschland schafft, der hat ein Anrecht darauf, sich um Asyl zu bewerben. Das Ganze hat allerdings einen Haken: Es gibt keinen legalen Weg, um überhaupt bis hierher zu kommen.

Sehr viele Menschen sind in Deutschland in der Flüchtlingshilfe engagiert. Als Übersetzer, als Mediziner, als Betreuer, als Unterstützer. Genauere Zahlen kennt man nicht, aber vorsichtige Schätzungen gehen davon aus, das etwa 10% der Bevölkerung sich als ehrenamtliche Helfer für Flüchtlinge engagieren. Eine Untersuchung der Humbold-Universität ist der Frage nachgegangen was diese freiwilligen Helfer antreibt, was sie leisten und wie sie organisiert sind.

Die vierte industrielle Revolution wird kommen, da sind sich Experten einig. Unklar ist aber, was das für den Menschen bedeutet und welche Berufsgruppen vielleicht besonders betroffen sind

Hunderttausende, wenn nicht Millionen Menschen hoffen auf ein besseres Leben in Europa. Ein Teil der Migranten versucht auch, der Armut zu entkommen. Doch Europa schottet sich ab - und das öffnet die Chance für ein Riesengeschäft. Schlepper verdienen Millionen an diesem Geschäft mit der Hoffnung und der Verzweiflung. Sie sind hoch professionell und bestens vernetzt, und sie ändern ständig ihre Strategie.

Es diskutieren: Prof. Dr. Sascha Liebermann - Soziologe, Alfanus Hochschule, Alfter bei Bonn, Prof. Dr. Wolfgang Schroeder - Politikwissenschaftler, Universität Kassel, Prof. Dr. Thomas Straubhaar - Wirtschaftswissenschaftler, Universität Hamburg

Am kommenden Sonntag stimmen die Schweizer darüber ab, ob der Staat ein bedingungsloses Grundeinkommen zahlen soll. Es gibt viele Argumente dafür - und viele dagegen.

Die Wirtschaft brummt, neue Jobs entstehen. Und dennoch: Die rund eine Million Langzeitarbeitslosen in Deutschland haben nahezu keine Chance auf einen Job. Zu den größten "Vermittlungshemmnissen" gehört die Arbeitslosigkeit selbst − sie macht auf lange Sicht oft krank.


Die EU investiert Milliarden in Hightech-Produkte für die Grenzsicherung und den weltweiten Sicherheitsmarkt. Ein Geflecht aus Brüsseler Bürokraten und Lobbyisten der Sicherheitsindustrie scheint eine alternative Flüchtlingspolitik Europas auszubremsen.

Immer mehr junge Flüchtlinge, die im letzten Jahr in Hessen aufgenommen worden sind, kommen in unseren Schulen an. Mit Deutsch-Intensivkursen sollen sie möglichst schnell fit gemacht werden - für den normalen Schulunterricht oder fürs Berufsleben. Wie das genau abläuft, vor welchen Herausforderungen die Lehrer dabei stehen und wie das Land neue Lehrkräfte für die Intensivklassen bekommt, erfahren Sie in der Sendung.

Viele Jugendliche versuchen, durch eine Übergangsmaßnahme im Berufsleben Fuß zu fassen. Das sei in der bisherigen Form aber nicht sinnvoll, meint die Bundestagsabgeordnete Beate Walter-Rosenheimer von den Grünen. "Es bleiben einfach zu viele Jugendliche, die keinen Abschluss haben, zu lang in diesem System hängen", sagte sie im Deutschlandfunk.

Steht das Rentensystem vor dem Kollaps? Deutschland brauche Reformen, meint Alexander Hagelüken. In seinem Essay geht es um zehn Wahrheiten über die Altersversorgung

Anfang 2015 wurde der Mindestlohn eingeführt. Zum Leben ist das dennoch oft zu wenig. Und bis heute wird in vielen Branchen noch deutlich weniger als Mindestlohn bezahlt.

Wie sind Einkommen und Vermögen in Deutschland verteilt, was ist mit der Chancengleichheit? "Ein Drittel der Gesellschaft ist uns weggebrochen", warnt der Berliner Politikwissenschaftler Wolfgang Merkel - und das habe gefährliche Folgen für die Demokratie.

13 Millionen Deutsche sind nach dem Zweiten Weltkrieg geflohen oder vertrieben worden. Doch, obwohl oft behauptet, gab es keine reibungslose Integration.

Wegen des Mindesthaltbarkeitsdatums (MHD) werden zu viele Lebensmittel weggeworfen, die eigentlich noch genießbar wären. Besser wäre es, ein Verfallsdatum anzugeben, so Ernährungsminister Christian Schmidt. Verbraucherschützer sehen das anders. Und die Chefin der Tafel, Sabine Werth, befürchtet, dass dadurch künftig weniger Lebensmittel an Arme verschenkt würden.

Deutschland gehört zu den reichsten Ländern der Welt. Aber auch hier gibt es Armut. Denn gerecht verteilt ist der Reichtum nicht. Im Gegenteil: Die Kluft zwischen arm und reich ist in Deutschland besonders groß. Tendenz steigend. Zahlen belegen das. Statt Statistiken lassen wir heute Leute zu Wort kommen, die mitten unter uns leben, kaum über die Runden kommen, sich fast nix leisten können und trotzdem versuchen ihre Armut zu verstecken, um in unserer reichen Gesellschaft nicht aufzufallen.

CDU und CSU wollen Sanktionen verhängen, falls Zuwanderer keine Deutschkurse besuchen. Dabei übersteigt die Nachfrage nach Integrationskursen das Angebot bei Weitem. Zudem fehlen tausende Schulplätze für Flüchtlingskinder – obwohl es in Deutschland eine Schulpflicht gibt.

In Schwerin versucht man mit allen Mitteln, Flüchtlinge erfolgreich in den Arbeitsmarkt zu integrieren. Doch das ist nicht leicht - viele Studienabschlüsse und Ausbildungen werden nicht anerkannt. Mit Sprach- und Integrationskursen hofft die Stadt, den Menschen den Einstieg zu erleichtern.

Zwischen 5.000 und 6.000 Menschen mit libanesischem Hintergrund leben in Essen. 1.000 von ihnen besitzen nur eine Duldung - und können abgeschoben werden. Viele der Geduldeten sind sogar in Essen geboren - doch auch sie haben kaum Aussicht darauf, einen dauerhaften Aufenthaltstitel für Deutschland zu bekommen. Das liegt an einer paradoxen Situation, die der Gesetzgeber vorgibt.

Mitte April haben sich die Spitzen von Union und SPD auf ein Integrationsgesetz geeinigt. Die Eckpunkte Wohnsitzpflicht und Sanktionsdrohungen ernteten dabei viel Kritik. Der Entwurf sieht aber auch mehr Kurse für Zuwanderer vor. Bayern plant ein eigenes Integrationsgesetz. Zentrale Punkte sind unter anderem das Bekenntnis zur Leitkultur und das Erlernen der deutschen Sprache.

Anfang März hat die Europäische Zentralbank den Leitzins auf null Prozent gesenkt. Wer einen Kredit aufnehmen will, freut sich wohl darüber. Stiftungen dagegen stehen vor dem gleichen Dilemma wie jeder Sparer, dessen Vermögen nur noch minimal verzinst wird. Besonders kleine Organisationen müssen erfinderisch werden, um zu überleben.

In der Landwirtschaft nehmen psychische Erkrankungen zu. Doch offen gesprochen darüber wird selten. Eine ehemalige Bäuerin bricht das Schweigen, und die Sozialtherapeutin Dr. Petra Hempel spricht über Ursachen psychischer Erkrankungen, mögliche Therapien und Beratungsangebote.

Für qualifizierte Ausländer bleibt die Integration ins Arbeitsleben eine Herausforderung. Das Bewerbungssystem ist kompliziert, Abschlüsse werden oft nicht als gleichwertig anerkannt. Gerhard Richter hat drei Menschen mit ausländischen Ausbildungen in ihrem deutschen Arbeitsalltag begleitet.

Das geplante Integrationsgesetz bilde kaum die gesellschaftliche Wirklichkeit ab, kritisiert Wolfgang Kaschuba, Direktor des Berliner Instituts für Migrationsforschung. Der Entwurf sehe mehr Forderungen als Förderungen vor.

Gesprächssendung mit Gisela Färber und Thomas Öchsner.

Es beginnt mit Engagement: Die ehrenamtlichen Helferinnen und Helfer möchten Flüchtlinge bei der Eingliederung in Deutschland unterstützen. Aber die Hürden! Gesetze und Bescheide definieren den juristischen Status und damit die Möglichkeiten eines Flüchtlings.

Verkehrsunfall, Herzinfarkt, Allergieschock: Für Fälle wie diese gibt es die Notaufnahmen in Krankenhäusern. Doch immer mehr Patienten nutzen das Angebot auch dann, wenn gar kein echter Notfall vorliegt. Zudem sind die Ärzte oft jung und deshalb unerfahren und können Symptome nur schwer deuten. Eine Facharztausbildung für Notfallmediziner existiert in Deutschland bislang nicht.

Immer mehr Unternehmen und Verbände engagieren sich für die Integration der Neuankömmlinge. Sie bündeln Aktionen der einzelnen Unternehmen auf Internetplattformen, damit Flüchtlinge und Unternehmen zusammenfinden können.

BR: Pioniere einer überalterten Gesellschaft - wie Japan mit seiner demografischen Herausforderung umgeht (08.05.2016)
Japaner haben die höchste Lebenserwartung. Wie das Land mit der rapiden Überalterung umgeht, hat Susanne Betz in Tokyo und Umgebung recherchiert.

BR: Bosnien Odyssee - Besuch bei ehemaligen bosnischen Flüchtlingen (03.05.2016)
Der Krieg in ehemaligen Bosnien... über 20 Jahre her. Das Friedensabkommen von Dayton im Dezember 1995 war der Startschuss für die deutschen Behörden, ab 1996 die Flüchtlinge wieder nach Bosnien-Herzegowina zurückzuschicken. Was ist aus ihnen geworden? Claudia Decker hat drei ehemalige Flüchtlinge besucht.

BR: Sterben im Altenheim - Zwischen Wunsch und Wirklichkeit (02.05.2016)
Viele Menschen sterben heutzutage im Pflegeheim oder im Krankenhaus. Was bedeutet es für das Pflegepersonal, wenn ein Bewohner den medizinischen Eingriff nicht mehr machen lässt oder bewusst das Essen und Trinken einstellen will?

NDR: Wachsende soziale Ungleichheit (02.05.2016)
Trotz guter wirtschaftlicher Lage wächst in der Mittelschicht die Angst vor dem Abstieg. Ausgaben steigen, Arbeitsverträge sind befristet. Wer bleibt auf der Strecke?

DLF: Bedeutung der Gewerkschaften - Schluss mit der Bescheidenheit (01.05.2016)
Streikende Erzieherinnen, Müllmänner, Lokführer, Piloten und Postbeamte: 2015 ging als Jahr mit den meisten Streiktagen in die Annalen ein. Und auch im neuen Jahr setzt sich der Arbeitskampf nahtlos fort. Die Gewerkschaften erleben in den Betrieben und der Politik eine Renaissance. Vielen Wirtschaftsverbänden wird das allmählich unheimlich.

SWR: Macht Geld faul? Das bedingungslose Grundeinkommen (01.05.2016)
Es klingt utopisch: Jeder Bürger erhält regelmäßig einen fixen Betrag, eine Art Rente, und zwar ohne Gegenleistung. Diese Idee, die bereits 1516 Thomas Morus im Roman "Utopia" propagierte, scheint immer mehr Anhänger zu finden: Ökonomieprofessoren halten sie für gut in einer Zeit, in der langsam aber sicher die Arbeit auszugehen scheint; Philosophen meinen, ein existenzsicherndes Grundeinkommen könnte die Freiheit der Menschen entscheidend vergrößern. Am 5. Juni 2016 stimmt die Schweiz darüber ab, ob das bedingungslose Grundeinkommen als Leitgedanke in die Verfassung geschrieben wird. Der Autor und studierte Wirtschaftswissenschaftler Philip Kovce analysiert Sinn und Unsinn dieser Idee.

Deutschlandradio Kultur: Freilerner - Leben ohne Schule (01.05.2016)
Rund 1000 Kinder in Deutschland sind "Freilerner". Sie lernen in Projekten statt in Fächern: was, wann und wie lange, bestimmen sie selbst. Das verstößt allerdings gegen das Gesetz.

SWR: Wenn sich Leistung nicht lohnt - Arbeiten mit schwerer Behinderung (30.04.2016)
Schwerstbehinderten, die auf Assistenz angewiesen sind (also auf Unterstützung bei Körperpflege und anderen Alltagstätigkeiten), wird nach der aktuellen Gesetzeslage ein Großteil der nötigen Hilfe auf Einkommen und Vermögen angerechnet, das heißt sie verdienen deutlich weniger als Nicht-Behinderte und können kaum etwas ansparen. Ein neues Bundesteilhabegesetz soll das ändern. Diese Woche wurde der erste Referentenentwurf veröffentlicht. Ist das der große Wurf? Behinderten-Verbände sagen nein. Am 4.5. ist eine große Demonstration in Berlin geplant, bei der sich Betroffene und ihre Unterstützer Gehör verschaffen wollen. Wir schauen auf die Lebenssituation Betroffener und erklären, worum es genau geht.
Deutschlandradio Kultur: Verbandsdirektor Volker Leienbach: "Private Krankenversicherung ist kein Auslaufmodell" (30.04.2016)
Viele Privatversicherte müssen 2016 deutlich höhere Prämien bezahlen. Experten sagen den privaten Krankenversicherungen ein Ende voraus. Verbandsdirektor Volker Leienbach hält sie dagegen für zukunftsfest. Die Preisanstiege seien nicht größer als bei den gesetzlichen.

SWR: Jungs in der Schule (30.04.2016)
Schülerinnen schneiden besser ab. Eltern von Jungen machen sich deswegen Sorgen. So landen manche Schüler dort, wo sie gar nicht hingehören: Im Wartezimmer des Kinderpsychiaters.

DRadio Wissen: Harte Arbeit (29.04.2016)
Und, was machst du so? Eine typische Einstiegsfrage bei Partys. Nur was tun, wenn wir antworten müssten: "Ich bin Pornodarstellerin." "Ich bin bei den U.S.- Marines." "Ich erfülle die perversen Wünsche reicher Saudis." Wir haben mit genau solchen Menschen gesprochen

NDR: Not in der Notaufnahme (27.04.2016)
In den Notaufnahmen der Krankenhäuser werden immer mehr Patienten behandelt - inzwischen 20 Millionen pro Jahr. Das sorgt für Probleme.

BR: Kampf um Ghettorenten: Wie ein Richter seine Karriere ruinierte (27.04.2016)
Sozialrichter Jan-Robert-von Renesse hat ehemaligen Ghettoarbeitern zu Rentenzahlungen verholfen. Seine eigene Karriere hat er darüber ruiniert. Julia Smilga erzählt, warum der Richter nun für immer schweigen will.

DLF: Steigende Zahl von Todesfällen - Strategien gegen Drogenmissbrauch (27.04.2016)
1226 Drogentote im Jahre 2015: Damit ist die Zahl der drogenbedingten Todesfälle gegenüber dem Vorjahr um rund 20 Prozent gestiegen. Medien sprechen von einem schweren Rückschlag im Anti-Drogenkampf, auch weil die Zahl der registrierten Erstkonsumenten harter Drogen gestiegen ist.

BR: Fördern und Fordern - Was bringt ein Integrationsgesetz? (27.04.2016)
Die Große Koalition will Flüchtlinge fördern aber auch fordern. Das geplante Gesetz ist aber nur ein kleiner und zudem umstrittener Schritt zur Integration von Asylbewerbern.

DLF: Qualitätskontrolle von Heimen - Neue Noten für die Pflege (26.04.2016)
Das Notensystem zur Bewertung von Pflegeeinrichtungen ist gescheitert. Auch schlechte Einrichtungen bekamen in dem System gute Noten. Nun sollen Pflegeanbieter und Krankenkassen ein neues Notensystem entwickeln. Doch beide haben Vorbehalte, denn: Das letzte Wort behält der Pflegebeauftragte des Bundes, Karl-Josef Laumann.

DLF: Streit um eine neue Rentenreform (25.04.2016)
Mit 63, 65, 69 oder noch später - wann soll die Rente beginnen? Wolfgang Schäuble will das Rentenalter an die Lebenserwartung koppeln. Schuften bis zum Abwinken – das wirft die Opposition dem Bundesfinanzminister vor.

BR: Füreinander sorgen - Können Familien das heute überhaupt noch? (25.04.2016)
Das Idealbild der heilen und heilenden Familie steckt fest in den Köpfen. Aber lässt sich Fürsorge unter Verwandten heute noch umfassend praktizieren? Sind nicht, wenn jemand krank wird, die Belastungsgrenzen schnell erreicht, weil einfach "alles" zu viel wird?

BR: Die Illegalen. Ein Feature über Deutschlands stille Sklaven (23.04.2016)
Bis zu einer Million illegale Einwanderer leben in Deutschland. Ihren Lebensunterhalt für sich und ihre Familien verdienen sie mit Hungerlöhnen in Schwarzarbeit. Ihre größte Sorge: Abschiebung. Und viele deutsche Arbeitgeber profitieren davon.

DLF: Integrationskurse für Flüchtlinge - Vom irakischen Hirten bis zum syrischen Hochschulabsolventen (20.04.2016)
Fordern und Fördern - das ist der Tenor des neuen Integrationsgesetzes, das Ende Mai von der Bundesregierung beschlossen werden soll. Die Große Koalition will die Integration von Flüchtlingen mit mehr Jobs und Sprachkursen erleichtern. Wie vermittelbar sind Flüchtlinge auf dem deutschen Arbeitsmarkt?

DLF: Drogenpolitik - Portugals liberaler Weg (17.04.2016)
Die in vielen Ländern angewandte Strategie eines sogenannten "Kriegs gegen die Drogen" mit Verboten und Strafverfolgung gilt unter Experten als gescheitert. Portugal hat vor 15 Jahren einen anderen Weg eingeschlagen und eines der liberalsten Drogengesetze der Europäischen Union erlassen. Abhängige gelten nicht mehr als kriminell, sondern als krank.

NDR: Herr K. - Eine Affäre mit dem Sozialamt (15.04.2016)
Herr K. ist Sozialrentner und hat Anspruch auf Grundsicherung. Aber er gerät in eine jahrelange Auseinandersetzung mit dem Sozialamt.

Es ist eine kleine Welt für sich, die 700 anerkannten Behindertenwerkstätten landauf, landab. 300.000 Menschen mit den unterschiedlichsten Behinderungen arbeiten dort. Politisch korrekt nennt man die Behindertenwerkstätten jetzt "Werkstätten für behinderte Menschen". Behindert sagt man nicht mehr - so fordert es die UN-Behindertenrechtskonvention (BRK). In der BRK wird das gleiche Recht auf Arbeit, auf Arbeitnehmer- und Gewerkschaftsrechte und auf Zugang zu Berufsausbildung und Weiterbildung für Menschen mit Behinderungen gefordert. Das prüft die UNO und bewertet die Situation der Menschen mit Behinderungen in den Unterzeichnerstaaten, auch in Deutschland. In ihrem aktuellen Bericht zeigt sich die UNO allerdings besorgt über finanzielle Fehlanreize, Ausgrenzung auf dem Arbeitsmarkt und abgetrennte Werkstätten in Deutschland. Das entspricht nicht der BRK, auch nicht dem seit 2009 geltenden deutschem Recht. Ein Etikettenschwindel?

Christian Zingg arbeitet seit 25 Jahren im Basler Zentrum für Brückenangebote. Seine Schüler sollen selbstbewusst werden, ihre Möglichkeiten aber auch realistisch einschätzen.

Der anhaltende Trend zur Selbstbedienung wird Verbrauchern oft als Vorteil verkauft. Doch der Soziologe Craig Lambert zeigt, dass diese "Schattenarbeit" nicht nur den Kunden schadet, sondern auch Arbeitnehmern.

Betriebsratswahlen werden sabotiert, gewerkschaftsnahe Betriebsräte werden versetzt, sozial isoliert und mit Abmahnungen und Kündigungen überzogen. Das alles geschieht, um Tarif-Initiativen im Keim zu ersticken, um den Einfluss von Gewerkschaften in Unternehmen einzuschränken.

Sie werben mit Prämien, Topberatung oder Zusatzleistungen: Der Preiskampf der gesetzlichen Krankenversicherungen (GKV) ist so hart wie nie. Nur wer mit dem richtigen Preis-Leistungs-Verhältnis überzeugt, gehört zu den Gewinnern. Doch auch trotz Topangeboten kann so manche Krankenkasse zu den Verlierern gehören. Ein Grund dafür: ihre Mitglieder.

Brauchen wir einen dritten (sozialen) Arbeitsmarkt? Wie können Langzeitarbeitslose integriert werden? Hilft ein Mindestlohn?

In Zeiten der Digitalisierung sind die Arbeitsbedingungen vieler Menschen im ständigen Wandel - meistens zum Nachteil der Arbeitnehmer. Der Mensch spielt in einer Welt der automatisierten Produktionsprozesse eine immer geringere Rolle. Auf der Labour Process Conference in Berlin wurde über mögliche Zukunftsmodelle diskutiert.


Es diskutieren: Holger Balodis - Wirtschaftsjournalist, Köln, Dr. Martin Rosemann - SPD-Bundestagsabgeordneter, Tübingen, Prof. Dr. Raimond Maurer - Professor für Finanzen, Universität Frankfurt

Nirgends ist die Arbeit billiger als im Gefängnis. Eigentlich soll sie der Resozialisierung dienen und laut Strafvollzugsgesetz ist sie ein "Muss". Die Bedingungen dafür sind in der Praxis allerdings nicht immer einfach.


Das Deutsche Rentensystem gilt als eines der Sichersten der Welt. Dennoch gibt es Rentner, die Zeit ihres Lebens hart gearbeitet haben und nun mit einer Mini-Rente auskommen müssen. Im Juli erhalten rund 20 Millionen Senioren die stärkste Rentenerhöhung seit 23 Jahren. Die Angst bleibt, im Alter unter das Existenzminimum zu fallen. Zugleich werden die Sozialleistungen im ganzen Land heruntergefahren. Im Wochenendjournal haben wir Einblick in das Leben alter Menschen, die im Alltag nur noch Mangel leiden. Andere, die den Gang zum Sozialamt aus Stolz vermeiden. Rentner, die sich ihre Träume erfüllen können oder die bis an ihr Lebensende Träume beerdigt haben. Der Staat spart - auch und besonders bei den Ärmsten, die nicht mehr lange zu leben haben. Allein die Renten-Bürokratie ist mittlerweile so kompliziert, dass das Ausfüllen von Fragebögen zur Qual wird.

HR: Altenpflege Daheim - gesellschaftliches Tabuthema (31.03.2016)
Mehr als 100.000 Frauen aus Ost- und Südosteuropa betreuen in Deutschland ältere Menschen. Meist tun sie das in deren eigenen Wohnungen. 24 Stunden rund um die Uhr und ohne grosse Pausen. Für diese Arbeit bekommen sie zum Teil nicht mehr als 2,00 € die Stunde. Mit gutem Willen aber oft ohne grosse berufliche Kenntnisse, denn nur die Wenigsten haben einen Pflegeberuf gelernt. Der Sozialwissenschaftler Bernhard Emunds hat darüber ein Buch verfasst: „Damit es Oma gut geht: Pflege-Ausbeutung in den eigenen vier Wänden“

Als er eingeführt wurde, zweifelten viele an seinem Erfolg. Würde der Bundesfreiwilligendienst den bisherigen Zivildienst ersetzen können? Viele soziale Träger bangten um ihre Helfer. In diesem Jahr wird der Bundesfreiwilligendienst fünf Jahre alt, und er erfreut sich hoher Beliebtheit. War der Zivildienst nur eine Sache junger Männer, so steht der Bundesfreiwilligendienst allen Bevölkerungsschichten offen, Männern wie Frauen - vom Jugendlichen, der sich nach dem Schulabschluss erst mal orientieren will, bis zum Rentner, den es zu einer sinnvollen Aufgabe drängt.

Bei einsamen älteren Menschen bleiben Alkohol- oder Medikamentenmissbrauch oft lange unentdeckt. Manche wagen aber sich zu öffnen - und kämpfen gegen die Abhängigkeit. Zu Besuch in einer Suchtklinik.

In Deutschland leben laut allgemeinen Schätzungen rund vier Millionen Muslime. Wohlfahrtsangebote für Ältere wie Seelsorge, Altenheimplätze oder Bestattungen, die islamische Regeln berücksichtigen, fehlen. Einige Pioniere nutzen die Marktlücke und versuchen, spezifische Angebote zu schaffen.

Der Mindestlohn ist eine Erfolgsgeschichte. Massenentlassungen sind ausgeblieben.

Das traditionelle Meister-Schüler-Verhältnis bröckelt in der modernen Bildungswelt. Verkommt der Lehrer zum Lernbegleiter? Welche Rolle spielt er noch als Vorbild?

Der Global Slavery Index schätzt, dass weltweit über 35,8 Millionen Menschen in Sklaverei leben. Sie werden ausgebeutet für Sex und billige Arbeit - zu unserem Nutzen.

Der Dom bleibt unbeleuchtet oder das Asylpaket II wird als "menschenfeindlich" gegeißelt: Die Evangelische und Katholische Kirche mischen sich deutlich in die Debatte um den Umgang mit den Flüchtlingen ein und werden dabei zu deren Sprachrohr - nicht jeder findet diese Politisierung gut.

Während der NS-Zeit versuchte das Reichsarbeitsministerium, sich über die internationale Darstellung seiner sozialpolitischen Maßnahmen zu profilieren. Nachhaltige Verbesserungen brachte die nationalsozialistische Sozialpolitik zwar nirgendwo. Aber sie hat erstaunlich lange dazu beigetragen, das Regime zu stabilisieren.

Nicht nur Politiker beschäftigen sich mit der Flüchtlingskrise - auch Wissenschaftler machen sich Gedanken über Gesetzgebung und Fluchtursachen. Aber werden sie von der Politik überhaupt gehört?

BR: Wie arbeiten private Wach- und Sicherheitsdienste? (23.03.2016)
Von Nachtwächter-Romantik keine Spur: Wachleute, die rund um die Uhr Werksgelände sichern oder den Eingangsbereich von Bürogebäuden kontrollieren, haben einen ebenso eintönigen wie verantwortungsvollen Job. Zunehmend werden private Sicherheits-Dienstleister auch für Aufgaben im öffentlichen Raum in Anspruch genommen. Einen ungeahnten Boom erlebt die private Sicherheitsbranche in jüngster Zeit durch die Flüchtlingswelle. Dabei geht es gerade in Flüchtlingsunterkünften um sehr viel mehr als das Wacheschieben. Als einzige rund um die Uhr vor Ort, sind die Sicherheitskräfte dort als umfassende Ratgeber, mitunter auch als Streitschlichter gefordert.

DLF: Digitales Arbeiten - Die App als Arbeitgeber (20.03.2016)
Crowdworker erledigen Kleinstjobs. Sie brauchen dafür nicht viel mehr als einen Computer und einen Internetzugang. Viele Webunternehmen setzen dabei auf die disruptive Kraft ihrer Geschäftsidee, wollen alte Regularien aufbrechen. Sie sind auf Profit aus - in der anonymen Masse wird so die Arbeit allerdings schnell zur digitalen Tagelöhnerei degradiert.

SWR: Die neuen Junkies: Wie verändert sich die Drogenszene? (18.03.2016)
Es diskutieren: Dr. Raphael Gaßmann - Geschäftsführer der Deutschen Gesellschaft für Suchtfragen e.V., Prof. Dr. Volker Auwärter - Forensischer Toxikologe, Universitätsklinikum Freiburg, Prof. Dr. Derik Hermann - Zentralinstitut für seelische Gesundheit Mannheim

DLF: Polizei im Einsatz - Ausnahmesituation Alltag (18.03.2016)
Die Polizei soll Gefahren abwehren, sie soll Recht und Gesetz durchsetzen - und gerät immer wieder in die Schlagzeilen: schleppende Ermittlungen, zu brutale Einsätze, zu laxe Einsätze. Fremdenfeindlichkeit, zu viel Angst vor Rassismusvorwürfen.

HR: Algorithmen, Roboter, hybride Teams - Arbeitswelt 4.0 (16.03.2016)
"Industrie 4.0" steht auf den Schildern der Datenautobahn, die uns schnurgerade in digitale Arbeitswelten führt. Wo Maschinen nicht nur die Arbeit machen, sondern sich auch gleich selbst miteinander über die Arbeitsteilung verständigen und wo mein eigener Arbeitsplatz überall und nirgends ist. Auf dieser Strecke sind wir längst unterwegs. Und genau wie auf der asphaltierten Autobahn sehen sich die einen nur von Rasern, die anderen nur von Schleichern umgeben. Die einen hupen ungeduldig bei jedem Investitionsstau und blicken von Deutschland und Europa aus neidvoll auf Amerikaner und Asiaten, die digital an ihnen vorüberziehen. Die anderen würden sich am liebsten auf den Standstreifen zurückziehen und sich erst einmal über die Strecke Gedanken machen, die da vor uns liegt, darüber, was sie uns abfordert und wohin sie uns am Ende führen wird. Welche Berufsgruppen und Branchen werden künftig auf der Überholspur sein und wer läuft Gefahr unter die Räder zu kommen? Eines ist klar: Geisterfahrer zu sein, bekommt einem schlecht, aber statt nur auf das Navi anderer zu vertrauen, sollte man sich lieber selbst orientieren.

BR: Das Unbehagen an der Kulturarbeit (15.03.2016)
Projektverträge, schlechte Bezahlung, unzählige Überstunden - wer in einem Kulturbetrieb arbeitet, ist mit diesen Bedingungen vertraut. Ist Prekarität der Normalzustand in der Kultur?

Deutschlandradio Kultur: Inklusion in Schweden - Behindertenfreundliches System in Gefahr (14.03.2016)
Jeder fünfte Schwede lebt mit einer Behinderung. Was die Rechte Behinderter angeht, ist Schweden ein Musterland. Es gibt ein funktionierendes System guter Behindertenintegration - noch, denn Kritiker sehen dieses System in Gefahr.

Deutschlandradio Kultur: Menschen mit Behinderung - Der mühsame Kampf für ein selbstbestimmtes Leben (14.03.2016)
Mit dem geplanten Bundesteilhabegesetz sollten vor allem Barrieren für behinderte Menschen abgebaut und ihnen ein selbstbestimmtes Leben ermöglicht werden. Doch der jetzt vorgelegte Arbeitsentwurf enttäuscht viele.

WDR: Abstiegsangst und Verteilungskämpfe - wie gerecht geht es zu im reichen Deutschland? (13.03.2016)
Gäste: Julia Friedrichs, Publizistin; Rainer Hank, Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung; Stephan Hebel, Publizist; Dorothea Siems, Die Welt/Welt am Sonntag

BR: Von Frauen, die die Brötchen verdienen und Männern, die sie schmieren. Geschlechterverhältnisse im Umbruch (13.03.2016)
Der Mann geht arbeiten, die Frau wäscht, putzt und kocht daheim. So ist es oft immer noch, doch bei jedem zehnten Paar in Deutschland ist es inzwischen die Frau, die die Familie ernährt. Wie gehen Männer und Frauen damit um? Durch die Veränderungen auf dem Arbeitsmarkt haben sich Anstellungsverhältnisse massiv verändert. Minijobs, Teilzeitjobs oder Leiharbeit sind für viele zur Normalität geworden. Oft verlieren dann die Männer ihre Arbeit, und die Frauen müssen die Scherben aufkehren. So gibt es immer mehr Frauen, die – oft unfreiwillig – zu Familienernährerinnen werden. In Deutschland sind es um die 10 Prozent. Werden die Alleinerziehenden als Hauptverdienerinnen berücksichtigt, dann schaffen in gut 20 Prozent aller Mehrpersonenhaushalte in Deutschland Frauen das Haupteinkommen ran.

DLF: Soziale Ungleichheit - "Wir haben keine soziale Marktwirtschaft mehr" (12.03.2016)
Wer aus einem sozial schwachen oder bildungsfernen Haushalt kommt, hat weniger Chancen, einen guten Bildungsabschluss zu bekommen - diese Erkenntnis ist nicht neu. Allerdings verfestige sich dieser Zustand in Deutschland über Generationen, sagte Marcel Fratzscher, Präsident des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung, im DLF - und das bremse auch das Wachstum.

SWR: Wir machen alles alleine: Die Krise selbstgesteuerten Lernens (12.03.2016)
Der Trend geht zum selbstgesteuerten Lernen - doch funktioniert das auch? Bildungsforscher haben Zweifel.

DLF: Saarland - Mehr Arbeitslose dank guter Arbeit (10.03.2016)
Die Verfahren für Flüchtlinge, die guten Chance haben, anerkannt zu werden, laufen im Saarland inzwischen so schnell, dass die Zahl der Arbeitslosen steigt. Denn bevor sie eine Arbeit aufnehmen können, müssen viele erst einmal einen Sprachkurs machen. Aber auch die Wartezeit soll im Saarland sinnvoll überbrückt werden.

Deutschlandradio Kultur: Krank in die Reha - "Blutige Verlegung" aus dem Krankenhaus (10.03.2016)
Im Fachjargon spricht man von einer "blutigen Verlegung". Gemeint ist folgende Situation: Um Kosten zu sparen, entlassen Krankenhäuser die Patienten früher als es noch vor zehn Jahren der Fall war. Die Reha-Kliniken sind so gezwungen, mehr medizinische Aufgaben zu übernehmen.

SWR: Kapitulieren Architektur und Städtebau vor der Flüchtlingsnot?: Container, Modulbauten und Ghettos (09.03.2016)
Es diskutieren: Prof. Thomas Fenner - Landschaftsarchitekt, Düsseldorf , Prof. Jürgen Friedrichs - Stadtsoziologe, Köln, Prof. Jörn Walter - Oberbaudirektor, Hamburg

BR: Herausforderung Integration - Wie Flüchtlinge das deutsche Bildungssystem durchrütteln (08.03.2016)
Tagtäglich kommen neue Flüchtlingskinder in den Schulen an - ohne Deutschkenntnisse und mit anderen kulturellen Voraussetzungen. Doch wie kann die Integration von Flüchtlingen gelingen? Gabriele Knetsch ist der Frage nachgegangen.

DLF: Europäisches Patentamt - Deutsches Arbeitsrecht gilt hier nicht (06.03.2016)
Das Europäische Patentamt hat seinen Sitz in München, aber es ist eine außerstaatliche Institution. Deshalb gilt hier kein deutsches Arbeitsrecht. Mitarbeiter berichten von Schikanen, wollen sich aus Angst nicht öffentlich äußern. Ein Gericht stellte sogar eine Verletzung von Grundrechten fest.

BR: "..und raus bist du!" Die mühsame Eingliederung von Langzeit-Arbeitslosen (02.03.2016)
Bundesarbeitsministerin Andrea Nahles (SPD) hat der Langzeitarbeitslosigkeit den Kampf angesagt. Als langzeitarbeitslos gelten diejenigen, die seit mindestens einem Jahr ohne Job sind. Während die Bundesagentur für Arbeit derzeit Monat für Monat gute Nachrichten von hoher Beschäftigung und geringer Arbeitslosigkeit vermeldet, profitieren die Langzeitarbeitslosen kaum von der guten Konjunktur. Seit Jahren verharrt ihre Zahl bei etwa einer Million. 90 Prozent der Langzeitarbeitslosen sind Bezieher der Grundsicherung, im Volksmund: Hartz IV. Was kann man tun, um ihnen wirksam zu helfen? Das Arbeitsministerium hat mehrere Programme aufgelegt, die den Langzeitarbeitslosen den Weg in den Job ebnen sollen. Doch nicht jedes Programm führt zum Erfolg: Mit dem so genannten ESF-Programm zum Beispiel, das die Betroffenen mit Hilfe von EU-Geldern wieder in Arbeit bringen soll, tun sich die Jobcenter schwer: Zu hohe Hürden, zu viel Bürokratie, heißt es. Eleonore Birkenstock zeigt, wie schwer es ist, Langzeitarbeitslose wieder in Lohn und Brot zu bringen.

Die soziale Einheit ist 26 Jahre nach der Wiedervereinigung in großen Teilen erreicht. Aber etwa 300.000 Frauen im Osten Deutschlands leben an oder unter der Armutsgrenze. Weil sie zu DDR-Zeiten geschieden wurden, steht ihnen kein Versorgungsausgleich für gemeinsame Ehejahre zu. Das wurde im Einigungsvertrag schlicht vergessen.

SWR: Keine Ketten und trotzdem nicht frei: Moderne Sklaverei (25.02.2016)
Als Sklaven gelten Menschen, die ihrer persönlichen Freiheit beraubt und wie Ware verkauft werden. Früher wurden Sklaven in Ketten gelegt - heute sind die Abhängigkeiten viel komplizierter. Armut treibt den Menschenhändlern immer wieder Kinder in die Arme, die in der Hoffnung auf ein besseres Leben verkauft werden. Sklaverei ist ein weltweites Phänomen. Die Formen sind unterschiedlich: Menschenhandel, Zwangsarbeit, Zwangsprostitution, Kindersoldaten und Schuldknechtschaft. In Haiti, wo nach Schätzungen von Amnesty International etwa 200.000 Kinder arbeiten müssen, kostet ein Mädchen 50 Dollar. Sklaverei gibt es aber auch in Europa: Hier sind laut der Europäischen Kommission 880.000 Menschen Opfer von Menschenhandel, vor allem Frauen und Mädchen - Deutschland ist eines der Hauptzielländer für Zwangsprostitution in Europa.

DLF: Private Altersvorsorge - Was am Ende übrig bleibt (25.02.2016)
Als Reaktion auf die Finanzkrise haben die Notenbanken das Geld billig gemacht. Die Folge sind Mini-Zinsen. Sparpläne, Fonds und Lebensversicherungen werfen deswegen kaum noch Rendite ab. Für die private Altersvorsorge, um die sich seit der Rentenreform 2001 jeder Arbeitnehmer bemühen soll, ist das ein Problem.

SWR: Königreich Krankenhaus: Der Frust mit starren Hierarchien (23.02.2016)
Einige Krankenhäuser haben in den letzten Jahren neue Kooperationsmodelle entwickelt.

Deutschlandradio Kultur: Asylunterkünfte - Goldgräberstimmung bei Sicherheitsdiensten (23.02.2016)
Eine Asylunterkunft rund um die Uhr schützen zu lassen, kann einen hohen sechsstelligen Betrag kosten. Das lockt Unternehmen - auch dubiose. Einige sorgten für Schlagzeilen. Branchenvertreter aus Nordrhein-Westfalen über gute Geschäfte und Imageprobleme.

BR: Kampf der Prostitution! - Wie Stuttgart das Gewerbe in die Schranken weist (23.02.2016)
In Stuttgart gibt es etwa 160 Wohnungen und Bordelle, in denen Prostituierte arbeiten. Täglich prostituieren sich 500 bis 600 Menschen. Aber die Stadt hat seit 20 Jahren ein Netz aus Hilfsangeboten gesponnen.

Deutschlandradio Kultur: Cairo, Illinois - Wo die Menschen zu arm zum Streiten sind (21.02.2016)
Cairo, Illinois, war einmal eine Stadt, die in den USA von sich Reden machte: In den 60er-Jahren trafen sich dort die Köpfe der Bürgerrechtsbewegung. Seither geht es mit Cairo bergab. Es gibt nichts mehr zu verteilen und nichts mehr zu verlieren.

HR: Solidari - was? Ein Begriff und seine Realität (19.02.2016)
"Es gibt noch so etwas wie Solidarität!" - sagen wir meistens dann, wenn wir den Verdacht haben, es gibt keine mehr. So wie jetzt. Denn nach dem Gesetz von Angebot und Nachfrage war Solidarität noch nie so wertvoll wie heute, sie ist zur Mangelware geworden. "Die EU ist keine Solidargemeinschaft, sie ist eine Vertragsgemeinschaft", hat in diesen Tagen der slowakische Europa-Abgeordnete Richard Sulik gesagt, Gründer und Vorsitzender der Partei “Freiheit und Solidarität“. Nun kann Solidarität durchaus ein Vertragsprinzip sein. Sie ist ja auch ein Prinzip des Generationenvertrags in unserer Sozialversicherung. Aber was hilft es, wenn wir vom Solidarprinzip nur das Prinzip übrig lassen und uns ansonsten entsolidarisieren? Lässt sich Solidarität verordnen oder auch nur einfordern? Fragen, die gerade heute unsere "uneingeschränkte" Aufmerksamkeit verdienen - zwischen dem Flüchtlingsgipfel in Brüssel und dem Welttag der sozialen Gerechtigkeit.

Deutschlandradio Kultur: Der Traum vom Apfelschälen - Roboter in der Altenpflege (18.02.2016)

Findige Geschäftemacher nutzen die Notlage vieler Gemeinden aus, die sich um die Unterbringung der Flüchtlinge kümmern müssen. So werden auch Wohnungen angeboten, die zweckentfremdet wurden, und horrende Tagessätze abgerechnet. In Berlin soll damit aber bald Schluss sein.

Wohnungslosigkeit - das trifft vor allem Alleinstehende, Alleinerziehende und Rentner. Vermehrt aber sind auch anerkannte Flüchtlinge auf der Suche nach einer Bleibe. Das stellt die Städte und Gemeinden vor gewaltige Probleme.